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28.11.2012
Auf der Suche nach neuen Wegen
HANDBALL: Außerordentliches Börsentreffen

Minden (wib). Fehlende Schiedsrichter im Handballbezirk und das undurchsichtige Handeln des Handballverbandes Westfalen (HVW) in Sachen Spielbetriebssoftware bestimmten die Diskussionen in den vergangenen sechs Monaten. Gleichzeitig hielten sie auch den Vorstand des Handballkreises Minden-Lübbecke in Atem.

"Das alles war dem Image der Sportart nicht zuträglich", sagte Kreisvorsitzender Philipp Koch und hofft, sich jetzt wieder dem Kerngeschäft zuwenden und mit positiven Meldungen aufwarten zu können. Die Probleme sind mit wieder regelmäßigen Schiedsrichteransetzungen und einer weiteren Bindung an das SIS-Programm jedoch nur auf den ersten Blick gelöst.

"Der Spielbetrieb ist weitgehend gesichert", stellte Philipp Koch auf einer außerordentlichen Handballbörse zu Wochenbeginn fest und berichtete vom Arbeitskreis des Bezirks, der neue Wegen zur Gewinnung von Schiedsrichtern und Bindung der Unparteiischen aufzeigen will. "Anregungen sind jederzeit willkommen. Es ist zwar bereits 5 nach 12, aber es ist noch nicht zu spät", ergänzte Koch und forderte die Vereine erneut zur Mitarbeit auf.

Im Handballbezirk liegt der Bedarf an Schiedsrichtergespannen bei 130, aktuell sind es 115. Aus dem Handballkreis Minden-Lübbecke, der mit 42 Mannschaften im Bezirk vertreten ist, kommen 30 Gespanne. Die Sollerfüllung beträgt 71,4 Prozent. Nur 20,8 Prozent sind es auf Westfalenebene (12 Mannschaften, 2,5 Gespanne). Minden-Lübbecke benötigt 345 Unparteiische. Der Bestand liegt bei 235. Die Besetzung von Instanzen hinzugerechnet sind es 260 (Sollerfüllung 75,4 Prozent).

"Von Entwarnung kann keine Rede sein", betonte denn auch Friedhelm Krietemeyer. Der kommissarische Bezirksvorsitzende und Männerspielwart, Gast beim außerordentlichen Treffen in Minden-Meißen, hatte mit der kurz vor Serienbeginn noch offenen Ansetzung von Schiedsrichtern bei den Spielen der Landes- und Bezirksligen auf die Problematik aufmerksam gemacht.

Koch und Krietemeyer verhehlten allerdings nicht, dass neben neuen Wegen auch der alte Pfad von verstärkten Bestrafungen weiter beschritten wird. Immer wieder erwähnt: ein Punktabzug für fehlende Unparteiische. Auf dem Kreistag hatten die Vereine einen entsprechenden Antrag jedoch abgelehnt.

Weiterhin knapp 50 Euro pro Saison zahlen die Vereine an den Handballkreis für das Spielbetriebssystem SIS, mit dessen kommerziellen Betreiber der HVW in der vergangenen Woche einen neuen Vertrag bis zum 31. August 2015 abschloss. "Leider macht jeder Verband sein eigenes Ding, aber bei SIS wissen wir, was wir haben. Außerdem hat der Betreiber vertraglich zugesichert, das Programm weiter zu entwickeln", sagte der TK-Vorsitzende des Handballkreises Wolfgang Budde, in dessen Ressort die Arbeit mit dem Spielbetriebssystem fällt. Der Handballkreis ist noch bis zum 30. Juni 2013 an SIS gebunden und will es darüber mit der Vertragsdauer wie der HVW halten.

Somit bleiben drei Jahre Zeit sich neu aufzustellen. "Grundsätzlich ist es sicherlich richtig, dass der Handball seine eigene Software hat, aber der Weg dahin war es nicht", meinte Philipp Koch. Der HVW hat auf Beschluss seines erweiterten Präsidiums (mit 9:8 Stimmen) schließlich bereits 20.000 Euro in den Aufbau einer neuen Spielbetriebssoftware investiert.



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