Bad Oeynhausen. "Wie – bin ich Erste?", fragt Anke Kemmener, ausgepumpt nach ihrem Zehn-Kilometer-Lauf entlang der Werre. Ja – denn nach 40 Minuten und 25 Sekunden überquert die Athletin vom ATSV Espelkamp als erste Frau die Ziellinie über diese Distanz beim 25.Weser-Werre-Lauf der TG Werste.
"Ich dachte, ich hätte noch drei Konkurrentinnen vor mir. Zwei davon habe ich dann überholt", sagt die 41-Jährige schmunzelnd. Da die fiktive Gegnerin nicht in der Ergebnisliste auftaucht, gewinnt Kemmener diesen ersten Zehn-Kilometer-Lauf der Mühlenkreisserie Minden-Lübbecke. Mit ihrer Zeit liegt Kemmener gut eine Minute über der von Vorjahressiegerin Silke Rösener (39:17-Minuten). Da alle Siegerzeiten etwas über denen des vergangenen Jahres liegen, könnte dahinter der lange strenge Winter mit den begrenzten Trainingsmöglichkeiten stehen. Das wird von den meisten Sportlerinnen und Sportlern auch so gesehen. "Ich musste richtig kämpfen", sagt Kemmener dann auch. Die Temperaturen am Sonntagmorgen sind ideal zum Laufen. Was nervt, ist der Dauerregen. Anke Kemmener sieht es positiv. Sie sagt: "Regen ist besser als Schnee".
Der Jubiläumslauf der Werster ist mit 641 Teilnehmern gut besucht, zum Rekord des vergangenen Jahres fehlen allerdings fünfzig Aktive. Dafür gibt es vier neue Sieger. Neben Anke Kemmener, die die Konkurrenz über zehn Kilometer gewinnt, schafft es über diese Distanz in diesem Jahr Jan Niklas Sielemann (19) von der LG Ratio Münster nach ganz oben auf das Treppchen. Seine Zeit von 34:51-Minuten liegt 55 Sekunden hinter der von Malte Hesse, Sieger des vergangenen Jahres. Achim Hagemeyer vom ATSV Espelkamp wird knapp hinter Sielemann Zweiter. Hagemeyer läuft in 35:27-Minuten eine Sekunde schneller als im Vorjahr, als er Vierter wird.
Ein ähnliches Bild gibt es über die Zwanzig-Kilometer-Strecke. Sören Kuhlmann (Endspurt Herford) ist nach einer Stunde, fünfzehn Minuten und dreißig Sekunden als erster zurück im Bad Oeynhausener Stadion an der Mindener Straße. Damit wäre er im vergangenen Jahr, als der Wind kräftig über die Strecke wehte, Siebter geworden. In diesem Jahr reicht es für ganz oben. Bei den Frauen ist Sabine Seiler überglücklich. Die Randringhausener Rennschnecke läuft eigentlich Cross, nimmt in diesem Jahr aber erstmalig an der Mühlenkreisserie teil und gewinnt prompt ihr erstes Rennen. "Ich kann gar nicht glauben, dass ich so schnell unterwegs bin", sagt die 34-Jährige, die den Weser-Werre-Lauf auch als Vorbereitung auf den Hermanns-Lauf nutzt. An die Siegerzeit von Sandra Weise aus dem Vorjahr (1:27,53-Stunden) kann Seiler aber nicht klingeln. Sie braucht mit 1:31,45 fast vier Minuten länger als Weise.