Bielefeld. Den klar führenden Tabellenführer SV Spexard in den Köpfen ausblenden und sich nur auf sich selbst fokussieren hatte Rolf Kuntschik, Trainer beim Fußball-Landesligisten FC Bad Oeynhausen, in der Woche von seinen Spielern gefordert. Und die hatten genau hingehört, waren hoch konzentriert und bis in die Haarspitzen motiviert - und fegten auf dem Kunstrasenplatz in eindrucksvoller Manier den DSC Arminia Bielefeld III mit 5:1 (1:0) von der Hartalm.
Der Sieg hätte sogar leicht höher ausfallen können, so dominant agierte das FCO-Team, dass sich somit für die Hinrunden-Niederlage revanchierte. Es war seinerzeit am 6. Spieltag die erste in der Saison. "Die Jungs waren im Training gut drauf, aber dass sie nach der langen Zwangspause unter Wettkampfbedingungen so exzellent aufspielen, war nicht zu erwarten", sagte der Pädagoge und stellte seinem Team ein exzellentes Zeugnis aus. "Diese Dominanz hatte ich nicht erwartet. Das war klasse, was die Mannschaft hier gespielt hat. Wir wollten schnell spielen, die Bälle auf diesem Untergrund hart in den Fuß spielen und prallen lassen. Sie hat es prima umgesetzt." Sein Kollege Miron Tadic von den Arminen war bedient von der Nicht-Leistung seiner Mannschaft und zollte dem Gegner höchste Anerkennung: "Ich habe heute einen Klassenunterschied gesehen."
Ballsicher und mit schnellen Ballstafetten (oft rauschte das Bällchen nach nur einer Berührung weiter zum Mitspieler) überbrückten die Bad Oeynhausener das Mittelfeld - und schon brannte es lichterloh im Arminen-Strafraum. Den Torreigen eröffnete Selcuk Kaya (hat dem FCO in der Woche die Zusage für die nächste Saison gegeben) mit einem Kopfball nach einer Linksflanke von Alexander Hermann (3.). Nach weiteren klaren Torchancen durch den glänzend aufspielenden Hermann (12. und 18.), und Schindar Mohammad (34.) hätte der Drops bereits beim Pausengang gelutscht sein können, doch das Verpasste holten die FCOer in der zweiten Halbzeit nach.
David Mespe per direkt verwandeltem Freistoß aus 16 Metern (52., Hermann war in die Zange genommen worden), Kapitän Tim Steffen ebenfalls mit einem direkt getretenen Freistoß von halbrechts aus etwa 23 Metern (57.), Alexander Hermann von halblinks in den Torwinkel (64.) und Schindar Mohammad mit einem strammen Flachschuss ins lange Eck (87.) markierten die Tore. Elefterios Koutsaliaris gelang mit dem 1:4 (82.) nur Ergebnis-Kosmetik. "Um dieses Gegentor haben wir regelrecht gebettelt", sagte Rolf Kuntschik, der sonst aber sehr zufrieden war.