FUSSBALL-LANDESLIGA: Warum der 4:1-Sieg gegen SV Canlar Bielefeld etwas die Sicht verstellt
Bad Oeynhausen. Souverän spielte Fußball-Landesligist FC Bad Oeynhausen nur die erste Viertelstunde und zum Schluss. Dazwischen musste die Mannschaft von Trainer Patrizio Porcello ganz schön ackern, um Canlar Bielefeld mit 4:1 (1:0) in die Knie zu zwingen.
Irgendwie waren die Bad Oeynhausener froh, als Schiedsrichter Michael Knöner aus Extertal das Spiel endlich abpfiff. "Canlar ist unangenehm zu spielen. Die sind wie eine Wundertüte – mal so, mal so. Wir waren nach schon in der 1.Halbzeit nicht richtig am Mann, und das ist untypisch für uns", sagt David Mespe, der ein gutes Spiel machte, selbst Chancen hatte zu treffen und das 4:1 durch Alexander Hermann mit Übersicht vorbereitete. Co-Trainer Patrizio Porcello, der Coach Rolf Kuntschik (Urlaub) vertrat, sah die Sache ähnlich. "Nach einer Viertelstunde haben wir aufgehört Fußball zu spielen", sagte der 32-Jährige.
In diesen ersten Minuten bekam Canlar aber auch kaum Luft zum Atmen. Der FCO drückte den Gegner in die eigene Hälfte, erspielte sich fünf Chancen – und versiebte sie alle. Nach und nach befreiten sich die Bielefelder, und in der 28.Minute fing sich Bad Oeynhausen einen Konter ein. Es war Torwart Michael Bigalk zu verdanken, dass die Gastgeber nicht in Rückstand gerieten. Kurz vor der Pause holte Kenter Baspinar Bad Oeynhausens Selcuk Kaya, der mit einem dicken Verband (Handgelenkbruch) spielte, von den Beinen. Der Schiedsrichter legte diese Aktion als Notbremse aus, zeigte auf den Punkt und verwies Baspinar des Feldes. Kapitän Tim Steffen ließ Canlar-Torwart Cihan Arslan keine Chance und verwandelte zum 1:0, das gleichzeitig der Pausenstand war.
Nach dem Wechsel spürte der FCO schnell, was passiert, wenn man einen vermeintlich angeschlagenen Gegner nicht ernst nimmt. Nach einer verkorksten FCO-Ecke schalteten die Bielefelder blitzschnell um, konterten die verdutzten Bad Oeynhausener aus. Ivan Kandic tauchte nach intelligentem Pass von links vor Bigalk auf und hatte keine Mühe, in der 47.Minute den 1:1-Ausgleich zu erzielen.
Von nun an kämpften beide Mannschaften um jeden Zentimeter des tiefen Rasens im Sportzentrum Süd. Der FCO gewann wieder an Überlegenheit, und erneut war es Tim Steffen, der mit dem nächsten verwandelten Foulelfmeter in der 60.Minute die 2:1-Führung für den FCO erzielte. Zuvor hatte Timo Turco Alexander Hermann von den Beinen geholt. Den Gästen ging in Unterzahl nach und nach die Puste aus, während der FC Bad Oeynhausen genug Luft hatte, um sein schnelles Spiel aufzuziehen. "Canlar wollte da mitspielen, anstatt sicher zu klären. Das war ein Fehler", wertet David Mespe. Der aufgerückte Jannik Göhner nutzte in der 72.Minute einen feinen Pass von Alexander Hermann, der sich fünf Minuten vor Abschluss mit einem wuchtigen Schuss aus zwölf Metern selbst in die Torschützenliste eintrug. Geglänzt hat der FCO nicht, aber zumindest verdient gewonnen.