Minden/Löhne. Vor neun Monaten zog er aus, um die große Handball-Welt für sich zu erobern. Jetzt haben sich die ersten Erfolge eingestellt: Der Löhner Jannik Jungmann feierte mit der B-Jugend von GWD Minden den Gewinn der Westfalenmeisterschaft und warf darüber hinaus seine Schulmannschaft vom Besselgymnasium Minden ins Bundesfinale des Wettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia" nach Berlin.
Morgens um viertel vor sechs ist für Jannik Jungmann die Nacht zu Ende. Dann klingelt in der Löhner Gartenstraße sein Wecker, und der 17-Jährige macht sich auf den Schulweg mit der Bahn nach Minden. "Man gewöhnt sich dran", lächelt der Frühaufsteher. Seinen Schulwechsel vom Friedrichs-Gymnasium Herford zum Besselgymnasium in Minden hat das Handball-Talent ebenso wenig bereut wie den Transfer von der HSG Löhne/Obernbeck zum Bundesligisten GWD Minden. "Ich bin sehr nett aufgenommen worden", berichtet Jannik Jungmann.
Dreimal pro Woche Handball-Training. Übung macht offenbar tatsächlich den Meister. Unangefochten und ohne Punktverlust marschierte Jannik Jungmann mit GWD Minden durch die Saison 2009/2010 in der B-Jugend-Oberliga. Einziger Fleck auf der weißen Weste bildete eine Auswärtsniederlage im Halbfinal-Hinspiel um die Westfalenmeisterschaft beim TuS Ferndorf. Da waren die GWD-Jungen offenbar geschockt davon, dass ihr Leistungsträger Artjom Antonevitch schwer verletzt ausschied. Im Rückspiel drehten die Mindener das Blatt. Und im "WM"-Finale setzten sie sich auch ohne Antonevitch sicher mit 25:23 und 33:28 gegen den ASV Senden durch.
Insgesamt sechs Treffer erzielte Jannik Jungmann in den beiden Finals. Das Heimspiel in Dankersen verfolgten 400 Zuschauer, darunter auch Jungmanns ehemaliger Trainer Maik Tacke von der HSG Löhne/Obernbeck. "Für mich war es klar, dass Jannik bei GWD Minden einen riesigen Schritt nach vorn machen würde, denn hier trifft er auf Mitspieler und Gegenspieler, die genau so talentiert sind wie er", sagt der Ex-Coach. "Jannik verfügt über eine sehr große Dynamik und über eine hohe Spielintelligenz. Jeder Trainer kann sich glücklich schätzen, einen solchen Spieler in seiner Mannschaft zu haben."
Und das gilt momentan nicht nur für Detlef Rauchschwalbe, der als ehemaliger Bundesligaspieler die B-Jugend von GWD Minden als Chefcoach zur Deutschen Meisterschaft führen möchte, sondern auch für Jochen Borcherding. Der Sportlehrer vom Besselgymnasium dürfte den Handball-Fachleuten in der Region aus seiner aktiven Zeit noch bestens als pfeilschneller Außen vom VfL Mennighüffen und später HCE Bad Oeynhausen bekannt sein. Jochen Borcherding betreut heute die Handball-Schulmannschaft des Mindener Besselgymnasiums, die sich in der Wettkampfklasse II souverän den Landesmeistertitel sicherte und sich damit für das Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" in Berlin qualifizierte.
Das aus B-Jugendlichen von GWD Minden und JSG Norhemmern/Südhemmern/Mindenerwald zusammengesetzte Bessel-Team fegte im Finale um die NRW-Meisterschaft die Städtische Realschule Menden mit 23:11 vom Hallenboden. Zuvor hatten die Mindener das Norbert-Gymnasium Knechtsteden mit 21:14 bezwungen. Jannik Jungmann war mit 13 Toren erfolgreichster Werfer beim Endrunden-Turnier.
"Wenn Janniks Entwicklung so weiter geht und er verletzungsfrei bleibt, werden wir noch viel von ihm sehen und hören", prophezeit Maik Tacke dem Handball-Talent eine erfolgreiche Sportler-Laufbahn. Nach den Osterferien ist Jannik Jungmann zunächst in den Spielen von GWD Minden um die Westdeutsche Meisterschaft dabei, und dann mit dem Besselgymnasium in der Finalrunde um die Deutsche Schulmeisterschaft.