FUSSBALL-KREISLIGA A, MI: Historischer Augenblick im Vereinsleben des TuS Lohe / Erster Bezirksliga-Aufstieg
Bad Oeynhausen-Lohe. Die Fußballer des TuS Lohe haben es geschafft. Um exakt 16.42 Uhr und nach einem mühelosen 3:0-Sieg über das Ligaschlusslicht FSC Eisbergen, haben sie den noch fehlenden Zähler geholt und sind bereits einen Spieltag vor Beendigung der Saison Meister der Fußball Kreisliga und spielen damit in der kommenden Serie erstmals in der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga.
Und dies ist für den Club aus dem Bad Oeynhausener Süden der perfekte Schlusspunkt unter einer nahezu perfekten Saison, die gerade aus heimischer Sicht eine ganze Menge Spannung, Dramatik, tollen Fußballsport aber auch weniger Erfreuliches zu bieten hatte. Mit dem TuS Lohe, Rot-Weiß Rehme und dem SuS Wulferdingsen dominierten gleich drei Vereine aus der Kurstadt die Kreisliga A nach Belieben. Lediglich an den ersten beiden Spieltagen stand mit dem SV Frille Wietersheim eine Mannschaft an der Tabellenspitze, die nicht aus Bad Oeynhausen kam. Aber schon am dritten Spieltag übernahm der zukünftige Bezirksligist die Poleposition und hielt sich in der Folge immer unter den ersten Dreien der Tabelle auf.
Ein auch für den TuS Lohe sicher ganz entscheidender Termin war der 27. September 2009 – und dies obwohl kein Loher maßgeblich beteiligt war. An diesem Spieltag kam es zu den unrühmlichen Ausschreitungen nach der A-Liga-Partie zwischen Rot-Weiß Rehme und Makedonikos Minden in deren Folge gleich mehrere Rehmer Spieler eine nicht unerhebliche Sperre erhielten und dem Verein unter anderem drei Zähler abgezogen wurden. Rot-Weiß Rehme, bis zu diesem Tag souverän an der Ligaspitze, erholte sich von diesen Vorfällen nicht mehr und der TuS Lohe nutzte diese Rehmer Schwäche in den folgenden Monaten gekonnt aus. Zwar spielten die Mannen von Spielertrainer Lars Thielking nicht immer souverän, aber gab sich der zukünftige Bezirksligist mal eine Blöße, wusste es die Konkurrenz aus Wulferdingsen und Rehme nicht zu nutzen. Und darum ist dieser überraschende Loher Aufstieg insgesamt als völlig verdient zu betrachten. Erst recht, wirft man einen Blick auf die Fakten: Der TuS verlor bisher nur insgesamt zwei Meisterschaftsspiele (0:1 in Rehme und 2:5 bei der SVEW) und stellt mit 81 Toren den besten Angriff der Liga.
Darüber hinaus haben sie mit Manuel Hejlek (29 Tore) den mit Abstand erfolgreichsten Torjäger in ihren Reihen. Lediglich in der Defensive gehörten die Grün-Weißen statistisch gesehen nicht zu den Ligabesten (36 Gegentreffer) obwohl mit Marc Erdbrügger ganz sicher einer der besten Torhüter der Liga das Loher Trikot trägt. Insgesamt bestachen die heimischen Kicker durch eine immense Ausgeglichenheit im Kader, so trugen sich insgesamt 14 verschiedene Spieler in die vereinsinterne Torschützenliste ein.
Nach erfolgreichem Ende des Liga-Spieles gegen den Absteiger FSC Eisbergen ließen die Grün-Weißen verdienter Maßen erstmal die Sektkorken knallen und viele Spieler und Vereinsverantwortliche kamen nicht um die obligatorischen Bierduschen herum. T-Shirts mit der Aufschrift "Aufsteiger in die Bezirksliga – TuS Lohe wer sonst" wurden verteilt und wenige Minuten nach dem Abpfiff stand ein mit reichlich grünen und weißen Luftballons geschmückter Traktor mit Anhänger bereit, für eine sicher äußerst launische Fahrt durch den Bad Oeynhausener Süden.
Aber es gab auch schon die ersten Loher Verantwortlichen, die sich Gedanken um die kommende Saison machten. Zu einem doch recht frühen Zeitpunkt stehen mit Alexander Jendrny (SVKT), Philipp Topp (FCO II), Stefan Schöbel (FCO II) und Dominik Tölkemeier bereits vier Neuzugänge fest. Und Spielertrainer Lars Thielking weiß, dass dies noch nicht das Ende ist: "Wir sind noch mit drei bis vier weiteren Spielern im Gespräch und ganz sicher müssen wir uns in der Defensive noch verstärken, zumal ich als Spieler etwas kürzer treten wollte." Aber eines ist Thielking hierbei ganz besonders wichtig: "Jeder Neuzugang muss charakterlich zu uns passen, was nützen uns die talentiertesten Spieler wenn es im Kopf nicht stimmt."
Und gerade diese Einstellung ist es am Ende wohl auch gewesen, die im Titelrennen den Ausschlag gegeben hat. Ein enormer Zusammenhalt in der Mannschaft, die auf jede leichte Krise völlig unaufgeregt reagierte und genau diese Ruhe sollte sich auszahlen. Darüber hinaus blieb der A-Liga Meister auch überwiegend von schweren Verletzungen verschont. Die Loher-Anhänger dürfen sich freuen auf das Abenteuer Bezirksliga.