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22.05.2010
Jogi Löw und Flanken auf den Bierdeckel
FUSSBALL: Das launige Personalbuch von Bezirksliga-Aufsteiger TuS Lohe

Beste Aussicht | FOTOS: INGO BÜCHEL

Bad Oeynhausen-Lohe (ebi). Mittlerweile ist wieder der Alltag eingekehrt auf der Lohe, haben die Grün-Weißen samt Fans, Freunden und Gönnern ausgiebig den Meistertitel in der Mindener Fußball-Kreisliga A und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga gefeiert. Und dieser Sonntag, der 16. Mai 2010, ist ein historischer in der Vereinsgeschichte des TuS Lohe, denn seit der Gründung des Klubs im Mai 1946 hatte bisher keine Fußball-Mannschaft den Sprung auf Bezirksebene geschafft.

Ein Sportfreund feierte am vergangenen Wochenende sogar an zwei Tagen: Es ist Werner Faulstich, jahrelang Vorsitzender des TuS Lohe, der maßgeblich die Geschicke der Grün-Weißen gelenkt und bestimmt hat. Am Samstag feierte er mit seiner Ehefrau und Freunden die Rubin-Hochzeit (40 Jahre im Eheband vereint) und tags darauf den Aufstieg seiner geliebten Grün-Weißen. "Das ist wahrlich ein historischer Moment in der Geschichte dieses Vereins. Wir sind 1975 erstmals in die Kreisliga A aufgestiegen, waren dann dreimal in die B-Liga auf- und zweimal das Jahr darauf gleich wieder aufgestiegen - und seitdem durchgängig im Mindener Fußball-Oberhaus vertreten", sagt Werner Faulstich. "In meiner 30-jährigen Vorstandsarbeit war es stets mein Bestreben, in die Bezirksliga aufzusteigen. Meine Nachfolger im Vorstand haben es in den vergangenen drei Jahren hervorragend gemacht und ernten jetzt die Früchte für ihr großes Engagement. Ich freue mich und bin stolz auf die Leute, die tolle Arbeit gemacht haben, und auf die Mannschaft." Und die Aufsteiger werden von "Ghostwritern" aus dem Kreis der Mannschaft in launiger Form in den folgenden Zeilen charakterisiert - auf Wunsch der Sportredaktion der Neuen Westfälischen.

Tor
Marc Erdbrügger: Wenn Jogi Löw ihn gegen Rehme gesehen hätte, würde wohl unser Kapitän als Ersatzmann für Rene Adler zur WM fahren. "Emma" hat die Mannschaft im Griff, dirigiert seine Abwehr auf dem Platz lautstark und diskutiert schon mal gerne mit dem Schiedsrichter - alles ganz im Stile eines Lehrers eben.

Kai Vogelsang: Die Nummer 2 im Tor. Leider ohne Spieleinsatz in dieser Saison, aber dafür mit gutem Einsatz im Training und auch verlässlicher Rückhalt in der 2. Mannschaft.

Abwehr
Lars Thielking: Vater des Erfolges."Tille" ist sich als Trainer und Libero für nichts zu schade und zeigt immer vollen Einsatz, so dass es trotz seiner Größe schon mal zu einem Kopfballtor reicht. Fordert stets "Aktion" auf dem Platz, er selbst schaut gern nach links und schießt dann weit nach rechts - alles reine Täuschungsmanöver. Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft im 2. Trainerjahr!Thomas Seeger: Kleiner Mann ganz groß! Gewinnt gefühlte 100 Prozent seiner Kopfballduelle und erledigt seinen Job als Manndecker immer zuverlässig und kompromisslos. Dabei liefert er sich so manches Wortgefecht und ist eine Gefahr für jeden Pfosten. Ich glaube, er würde gerne mal ein Tor schießen.

Pascal Erdbrügger: Der Modell-Athlet. Seiner Schnelligkeit hat er es zu verdanken, dass er als Manndecker auch mal gefahrlos 20 Meter von seinem Gegenspieler entfernt auf dem Spielfeld rumturnen kann. Alle 15 Spiele mit einem Schuss in den Winkel aus 30 Metern (Fragen Sie mal in Volmerdingsen nach: Spiel 4 und 19).

Ruben Zahlmann: Mister Zuverlässig. In der Hinrunde noch mit einigen Verletzungen gekämpft, konnte sich Ruben in der Rückrunde wieder ans Team heranarbeiten. Bei personellen Ausfällen in der Abwehr sprang Ruben stets ein und wusste zu überzeugen.

Jan Geier: Entgegen jüngster Bildunterschriften ist "Jani" nicht nur ein Loher Fan, sondern ein Spieler mit großem Potential. Dass aus einer Fußballer-Karriere nichts wird, liegt ausschließlich an seinem Talent, den Kaiser derart gekonnt und geistreich zu parodieren, dass einer Entertainer-Laufbahn nichts im Wege stehen dürfte.

Oliver Still: Das Loher Urgestein hat sich zunehmend der Vorstandsarbeit sowie organisatorischer Tätigkeiten gewidmet: Er sorgt für Erfrischungsgetränke und führt die Mannschaftskasse. Eigentlich ist er lieb, aber wenn er spielt, grätscht keiner so gut und gern wie er. Marke Wadenbeißer.

Ralph Priesing: Pendelte stets zwischen 1. und 2. Mannschaft. Trug somit einen Großteil zu zwei gelungenen Mannschaftsserien bei und kennt mehr Sportplätze im Kreis als jeder andere.

Mittelfeld
Alexander Felde: Seine Haken und Übersteiger zeugen von hohem fußballerischen Können. Verpasst beizeiten den richtigen Moment zum Abspiel, weiß sich dann aber mittels seiner linken Klebe zu helfen. Trifft in der Kabine nie den Mülleimer und will jetzt - natürlich rein präventiv - die Atkins-Diät ausprobieren.

Alexander Schwarze: Der Jungspund glänzt mit einer stets mannschaftsdienlichen und unauffälligen Spielweise. Lag es etwa daran, dass die Presse ihn als Oliver Schwarze feierte? Dennoch schaffte er es in den letzten Spielen zum Mann der wichtigen Tore zu werden.

Oliver Walkenhorst: Unser "Olaf" schlägt dir Flanken passgenau auf einen Bierdeckel. Variabel auf beiden Flügeln einsetzbar und mit einer Vorliebe für Torerfolge aus abseitsverdächtigen Positionen.

Jan-Philipp Weber: Flügelflitzer mit Gelbsucht. Neben seinen berühmten Tempo-Dribblings ist unser Jan auch berüchtigt für seine kuriosen Karten. Analog zur Haarpracht erstrahlen diese ebenfalls in gelb oder gelb-rot.Johannes Flachmeier: Wohl kaum jemand ist so schwer vom Ball zu trennen wie "Jojo". Somit bedeutet er für jeden Gegenspieler als auch Mitspieler eine schwere Aufgabe. Sorgt aber immer wieder für die nötige Stabilität im defensiven Mittelfeld.

Philipp Pausch: Der Pechvogel der Saison. Verletzte sich in der Sommervorbereitung und - kaum wieder fit - im Spiel gegen Döhren. Zwischendurch debütierte er erfolgreich als Aushilfstorhüter. Beackert ansonsten die Außenbahnen und zeichnet sich durch einen Mordshammer aus.

Georgios Bloumis: Zitat: "Wenn man das Fußballspiel erst einmal verstanden hat, dann kann man überall spielen." Den Beweis blieb "Giggs" uns diese Serie nicht schuldig und lief mit Ausnahme der Torhüter-Position in allen Mannschaftsteilen auf. War dabei immer für ein Tor gut, sah meist blendend aus und meckerte manchmal.

Carl Stühmeier: Egal ob Frille oder Rehme, Carl ackert in jedem Spiel wie ein Weltmeister. Auf der Sechs wurde er zur Überraschung der Saison und scheint nie müde zu werden. Und weil 90 Minuten Fußballspielen eigentlich nicht so anstrengend ist, spielt er auch gern mal eine Partie Tennis unmittelbar vor wichtigen Punktspielen.

Angriff
Manuel Hejlek: Unser Goalgetter. Erneut wird sich der Lange zum Torschützenkönig krönen und uns des öfteren auf die Siegerstraße gebracht haben. Privat liegt er am liebsten auf dem Sofa und schaut seinen Bayern beim Siegen zu. Verlieren sie, schießt er nach eigenen Torerfolgen Bälle hoch und weit in den Himmel.

Felix Schomburg: Kam vor der Saison aus Dehme und übernahm gleich die Organisation der Mannschaftsfahrt. Man muss eben Prioritäten setzen. Wenn "Tille" mit hochrotem Kopf ruft: "Aktion, Flexo!", weiß dieser, es ist Zeit sich wieder zu bewegen. Schießt dann auch schon mal ein Tor.

Lars Baumann: Erinnert mehr und mehr an einen blitzeblanken Kugelblitz, macht er doch auf dem Platz noch so einigen was vor und geht an so manchen vorbei, auch wenn diese später unken, er hätte dabei nur Glück. Führungsspieler, der immer ein Paar Schuhe für mich parat hatte. Danke dafür.

Marc Schmedtlevin: Nach überzeugender Wintervorbereitung kurzerhand in die 1. Mannschaft aufgestiegen. Eiskalt vor dem Tor und unermüdlich auf dem Spielfeld.

Meik Reimann: Kann - ganz im Fußballjargon - als Saisonarbeiter betitelt werden. Pendelt seit einiger Zeit zwischen Mallorca und Österreich, läuft aber bei seinen Heimat-Aufenthalten am liebsten in Stadtderbys zu alter Hochform auf und kann noch immer Spiele entscheiden. Noch immer hat er auch die Haare schön!

Martin Kowsky und Jan Hoberg: Entschieden sich beide im Verlauf der Saison woanders ihr fußballerisches Glück zu suchen. Dennoch trugen auch ihre Tore und Einsätze zum Titel bei.
Und da haben wir noch

Stefan Rohloff: Als Betreuer der Mannschaft verbrachte er viel Zeit auf den Sportplätzen des Kreises, ohne dabei im "Rampenlicht" zu stehen. Erledigt die vielen kleinen Aufgaben rund um ein Spiel und ist dabei immer für einen Spruch gut. Dass er Köln-Fan ist, macht ihn nur sympathischer. Danke, du Fahnenschwenker.

Andreas Hinkelmann: Repräsentiert als 1. Vorsitzender ein Vorstandsteam, welches diesen Erfolg durch und aus viel Hingabe zum Verein möglich gemacht hat. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank! Es war uns eine Freude, mit euch Biestern feiern zu dürfen. Diesmal sogar mit Grund!


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