Herford. Der Herforder SV des Jahres 2010 ist eine Wundertüte. Das Team hat bislang gegen alle Spitzenteams der Frauenfußball-Bundesliga über weite Teile gut mitgehalten, um am Ende wegen einiger schwacher Minuten mit leeren Händen dazustehen. Das gestrige Spiel in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Titelverteidiger FCR Duisburg machte da keine Ausnahme. Mit Applaus wegen einer starken Leistung in Halbzeit eins wurden die Herforderinnen zur Pause bei einem 0:0-Zwischenstand in die Kabine begleitet. Am Ende stand ein 0:6 zu Buche.
"Herford hatte in der ersten Halbzeit einige richtig gute Aktionen", sagte FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg und schien nach der Pause selbst verwundert, wie leicht es ihrem Team zwischen der 51. und 62. Minute gemacht wurde. Dabei waren die Nationalspielerinnen Linda Bresonik und Inka Grings schon nicht mehr auf dem Feld, als das Unheil über den HSV hereinbrach. Jennifer Oster hatte für Grings gerade das Feld betreten, als Simone Laudehr, ebenfalls Nationalspielerin, ihre Farben in Führung brachte.
Danach verlor die Herforder Deckung, die in der ersten Halbzeit noch gut dagegen gehalten hatte, für kurze Zeit völlig die Orientierung – was der Gegner zu weiteren vier Treffern bis zur 62. Minute nutzte. "Das ist einfach nur ärgerlich. Wenn wir ein Gegentor kassieren, stehen wir zu weit auseinander", sagte Herfords Trainerin Tanja Schulte, die so sauer war, dass sie nach dem Schlusspfiff schnurstracks in die Kabine eilte.
"Das ist kein Problem der körperlichen Fitness. Wenn dies so wäre, müsste ich mir über meine Arbeit Gedanken machen", meinte Schulte. Ihr Team hatte vor der Pause mutig dagegen gehalten und Nadelstiche gestzt. Sogar die Führung war durch die davoneilende Laura Feiersinger möglich (20.), doch ihr versprang der Ball.
Herforder SV: Speckmann; Bujna, Heleen, Wermelt, Aschauer, Nolte (71. Lenz), Voss (67. Mittendorf), Gröbner, Laue (67. Ninaus), Pollmann, Feiersinger.
FCR Duisburg: Holl; van Bonn, Roelvink, Knaak, Kiesel, Bresonik (28. Müller), Laudehr, Maes (64. Cengiz), Himmighofen, Grings (51. Oster), Ando.
Tore: 0:1 (51.) Laudehr, 0:2 (58.) Knaak, 0:3 (59.) Oster, 0:4 (61.) Laudehr, 0:5 (62. Ando), 0:6 (90.) Müller.