Porta Westfalica. Michael Schirrmacher trainiert seit Wochen für die dritte Auflage des Porta-Marathons. Tempotraining an der Weser, Trainingsrunden durch den Berg und natürlich auch mal schnelle Intervalle. Wenn am Sonntag in Barkhausen rund 2.000 Läufer über sechs verschiedene Strecken an den Start gehen, will er sich seinen persönlichen Titel-Hattrick holen.
"Es wäre natürlich wunderschön, wenn ich den Halbmarathon wieder gewinnen könnte", sagte der Marathon-Gewinner von 2009. Dabei hat sich der Eintracht-Läufer vorgenommen, seine Siegerzeit aus dem vergangenen Jahr (1:16:39 Stunden) zu verbessern. "Wenn es irgendwie klappt, würde ich gerne versuchen, die 1:15er-Marke anzugreifen", sagt Schirrmacher und lässt sich ein bisschen in seinen Rennplan schauen. Damit wird er wohl ziemlich einsam an der Spitze laufen. Seine großen Konkurrenten aus dem vergangenen Jahr, wie Bernd Nedderhoff und Sebastian Kalinski, starten zeitgleich beim Hamburg-Marathon. "Aber vielleicht ist ja doch ein anderer richtig schneller Läufer dabei. Ich würde mich freuen", sagt der starke Eintracht-Athlet.
Im Marathon gibt es in diesem Jahr möglicherweise den ersten Porta-Sieg für einen Läufer aus dem Ausland. Der Engländer Stephen Wrapson kann deutlich unter 2:50 Stunden laufen und ist damit einer der Top-Favoriten. Außerdem gehen zwei Niederländer an den Start, deren Bestzeiten unter drei Stunden liegen.
Aus heimischer Sicht könnte der Bad Oeynhauser René Marten an einem guten Tag ins Rennen an der Spitze eingreifen. Seine Bestzeit lautet 2:34 Stunden - sie datiert aber aus dem Jahr 1997. Eintracht-Oldie Theodor Block (Jahrgang 1949) kämpft darum, seine Marathon-Bestzeit aus dem vergangenen Jahr (3:00:23 Stunden) und damit die Drei-Stunden-Marke zu knacken.
Bei den Frauen könnte Stefanie Heinrich vom TuS Windheim um den Sieg mitlaufen. 2009 wurde sie Fünfte, vergangenes Jahr Vierte und dieses Jahr sollte es für das Treppchen reichen. 2010 kam sie nach 3:30 Stunden ins Ziel gerannt. Außerdem zu beachten: Anke Möhle vom ATSV Espelkamp, die deutlich unter vier Stunden bleiben könnte und Yvette Wrapson aus England.
Beim Halbmarathon zählt die Hillerin Silke Rösener zum Favoritenkreis. Die Eintracht-Läuferin fiel im Winter allerdings mehrere Monate wegen einer Achillessehnen-Verletzung aus. Seit Anfang März ist sie zurück im Training. Vor einigen Wochen sagte sie: "Ich bin froh, wenn ich in Porta schmerzfrei mitlaufen kann. Ich will es versuchen und alles dafür geben." Wer sie beim Training im Mindener Glacis gesehen hat, weiß, dass sie schon wieder gut in Form ist. Eine weitere Mit-Favoritin auf die vorderen Plätze ist Inga Jacob aus Oerlinghausen.
Bei den beiden Läufen über zehn Kilometer gehen Läufer aus dem Mühlenkreis als Favoriten ins Rennen. Bei den Männern ist der gebürtige Mindener Jan Niklas Sielemann (LG Ratio Münster) der heißeste Sieg-Anwärter. "Er ist toll in Form und wird wohl nicht zu schlagen sein", sagt Schirrmacher, der in der Vorbereitung immer mal wieder mit dem pfeilschnellen Sielemann trainiert hat. Achim Hagemeyer aus Espelkamp gewann das Rennen im vergangenen Jahr und wird seinem 22 Jahre jüngeren Konkurrenten das Leben so schwer wie möglich machen. Bei den Frauen geht der Sieg nur über Titelverteidigerin Anke Kemmener. Die Läuferin vom ATSV Espelkamp bleib im vergangenen Jahr als einzige Teilnehmerin unter 40 Minuten (39:23 Minuten) und ist über ihre Parade-Strecke wohl kaum zu schlagen.
Außerdem sind der Staffelmarathon, der Bambini-Lauf und erstmals der Jugendstaffel-Halbmarathon im Programm. "Wir freuen uns auf einen tollen Lauftag für die ganze Familie. Für die Bambini-Läufe sind schon weit mehr als 500 Kinder angemeldet und insgesamt werden wir wohl erneut die Marke von zweitausend Teilnehmern knacken", sagt Ullrich Beißner vom Organisationsteam. Im vergangenen Jahr gab es noch mehr als 300 Nachmeldungen.