Bad Oeynhausen/Löhne. Egal, ob Handball-Landesligist HCE Bad Oeynhausen den Klassenerhalt schafft oder nicht, die Badestädter werden in der kommenden Saison auf ihren wertvollsten Spieler verzichten müssen. Dennis Borcherding (25) wird den Verein in Richtung des abstiegsbedrohten Oberligisten TuS Möllbergen verlassen. Ebenfalls in Möllbergen zugesagt hat der Spenger Till Orgel, der vor anderthalb Jahren noch beim VfL Mennighüffen spielte. Das teilte Möllbergens Team-Manager Torsten Richter gestern mit.
Immerhein wird Borcherding seinen Vertrag beim HCE erfüllen und versuchen, den Abstieg noch zu vermeiden. Was nicht einfach ist. "Zu 99,9 Prozent wird es drei Absteiger in die Bezirksligen geben", sagt Staffelleiter Friedhelm Krietemeyer, und die Badestädter sind ein heißer Kandidat. Schlusslicht Wehe dürfte mit derzeit 6:26 Punkten und angesichts der zuletzt erzielten Resultate wohl nicht mehr zu retten sein.
Aber auch der HCE Bad Oeynhausen steht bei 8:24 Punkten bereits mit einem Bein in der Bezirksliga. Die offensichtlich teilnahmslos hingenommene 24:30-Niederlage am vergangenen Spieltag gegen den TuS Lahde/Quetzen könnte dem HCE durchaus zum Verhängnis werden. Denn die von Werner Eyßer trainierten Lahder waren bis dahin punktgleich mit dem HCE. Jetzt haben sie zwei Zähler mehr und den gewonnen Direktvergleich in der Tasche. Einmal angenommen, die HSG Löhne/Obernbeck führt ihre kleine Erfolgsstory von 7:2 Punkten in diesem Jahr fort, dann müssten die Badestädter versuchen, Oberlübbe und Lahde/Quetzen hinter sich zu lassen. Das ist nicht unmöglich, wohl aber nicht zu erreichen, wenn die Mannschaft der beiden Trainer Jörg Mangold und Stefan Windhagen weiterhin so auftritt wie gegen Lahde/Quetzen. Entweder die Mannschaft vollbringt demnächst ein Wunder, oder der HCE besorgt sich so einen "Messias" wie Ralf Bruelheide, der der HSG Löhne/Obernbeck so entscheidend auf die Beine hilft. "Es wird ganz sicher noch das ein oder andere Telefonat geben", sagt HCE-Teammanager Wolfgang Vette.
Auf der anderen Seite nimmt er die gesamte in die Pflicht. "Selbst wenn es uns gelingt, noch eine Verstärkung zu bekommen, die uns weiterhilft, heißt das nicht, dass ein neuer Spieler alleine den Klassenerhalt schafft. Das muss die Mannschaft leisten." Noch haben die Badestädter die Möglichkeit, den direkten Abstieg nach dem Aufstieg zu vermeiden. Hille, Oberlübbe und Wehe sind ja noch zu spielen, allerdings erst im April. Bis dahin bekommt es der HCE mit Großenmarpe (A), Rödinghausen (H), Brake (A), Porta Westfalica (H) und EGB Bielefeld (A) zu tun. Das sind alles keine Erbsenzähler, sondern etablierte Landesliga-Mannschaften.
Die HSG Löhne/Obernbeck hingegen ist auf einem guten Weg, das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Nach der jetzt zweiwöchigen Pause empfängt die Mannschaft von Trainer Maik Tacke am Samstag, 25. Februar Schlusslicht Wehe, um dann allerdings mit Spradow (A), Altenbeken/Buke (H), EGB Bielefeld (H) und EURo (A) etwas dickere Bretter zu bohren. Die Verpflichtungen von Ralf Bruelheide und Alexander Pieper haben sich bewährt. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass die Mannschaft ohne Bruelheide gerade soeben Landesliga-Format hätte. Der Grat ist dann doch schmal: Sollte sich der 44-jährige, ehemalige Bundesligaspieler verletzen, krank werden oder aus anderen Gründen längerfristig ausfallen, wäre die HSGLO wieder mitten drin im Geschehen.