Paderborn. Dass Daniel Brückner über außergewöhnliche fußballerische Qualitäten verfügt, hat er beim SC Paderborn bereits hinlänglich bewiesen. Ob in der Rückrunde der vergangenen Drittliga-Saison oder in der aktuellen Zweitliga-Serie: Der 28-jährige Edeltechniker zählt häufig zu den stärksten Spielern. Seine Zeit bei der SpVgg Greuther Fürth war dagegen nicht von Erfolg gekrönt. Dennoch hegt Brückner vor dem Duell gegen seinen Ex-Verein, das am Samstag (13 Uhr) in der Energieteam-Arena steigt, keinen Groll.
"Ich hatte ein paar Probleme mit der Mentalität der Franken. Doch ich bin in Fürth vom ersten Tag an sehr gut aufgenommen worden und hatte ein prima Verhältnis zu meinen Mitspielern", erklärt der gebürtige Rostocker. Auch auf seinen ehemaligen Trainer Benno Möhlmann ist er keineswegs sauer. "Er war stets ehrlich zu mir", versichert Brückner, um dann doch leise Kritik am Fürther Coach zu üben: "Letztlich habe ich nie eine echte Chance erhalten."
Ein Blick in die Statistik gibt dem SCP-Kicker recht. Ganze zwei Mal stand der offensivstarke Mittelfeldakteur in der Zweitliga-Hinrunde der vergangenen Saison in der Fürther Startelf, wobei er in diesen Spielen auch noch frühzeitig ausgewechselt wurde. Hinzu kommen fünf Kurzeinsätze.
Und so landete der dynamische Flügelflitzer nach der Hinrunde doch noch beim SC Paderborn. Dort hatte er im Sommer 2008 bereits einen Vertrag unterschrieben, ehe das Angebot der SpVgg Greuther Fürth kam. Und an der Pader blühte Daniel Brückner schnell wieder auf. "Wir haben ein gutes Team, einen prima Zusammenhalt und spielen recht attraktiven Fußball", urteilt der 28-Jährige über seinen aktuellen Arbeitgeber, für den er in dieser Saison bereits drei Treffer erzielt und weitere drei Tore vorbereitet hat.
Dabei baut Daniel Brückner seit einigen Wochen auf einen neuen Glücksbringer: Ein Schweißband mit der Nationalflagge Algeriens ziert sein rechtes Handgelenk. "Es soll symbolisieren, dass ein Teil von mir aus Algerien stammt", erklärt der SCP-Profi, dessen Vater in dem nordafrikanischen Staat geboren wurde. Als Vierjähriger lebte Daniel Brückner sogar ein Jahr lang mit seiner Familie in Algerien. Dennoch hat er bislang keinen algerischen Pass.
"Da gibt’s noch ein paar Probleme. Aber es ist alles in Arbeit", sagt Brückner. Mit dem neuen Ausweis wäre der Paderborner Kicker auch für die algerische Nationalmannschaft spielberechtigt, die sich für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 qualifiziert hat. "Das war aber nicht der Grund, warum ich einen Pass beantragt habe", betont Brückner und fügt schmunzelnd an: "Wenn sich allerdings Algeriens Nationaltrainer bei mir melden sollte, würde ich sicherlich nicht Nein sagen." Derzeit stehe er jedoch nicht im Kontakt mit dem algerischen Fußballverband. Auch zu den in Deutschland spielenden algerischen Nationalspielern Antar Yahia (VfL Bochum), Karim Matmour (Mönchengladbach) und Karim Ziani (VfL Wolfsburg) gebe es keine Verbindung.
Und so will sich Brückner erst einmal einzig und allein auf den SC Paderborn 07 konzentrieren. "Denn meine Leistungen sind vielleicht derzeit ganz in Ordnung. Aber da soll künftig noch mehr kommen", sagt der Linksfuß, der beim SCP einen Vertrag bis 2011 besitzt. Zugleich gibt er die Devise fürs Spiel gegen Greuther Fürth aus. "Die wollen wir weghauen", bekräftigt Brückner. Und ganz sicher will der Deutsch-Algerier den Franken dabei auch beweisen, über welch außergewöhnlichen fußballerischen Qualitäten er verfügt.