Paderborn. Sefton Barrett hat eine erstaunliche Wandlung hinter sich. Vor knapp vier Wochen, bei der 58:80-Heimniederlage gegen Braunschweig, war der Flügelspieler der Paderborn Baskets noch der Buhmann des Publikums. Und das zurecht. Denn der Kanadier hatte sich im Sportzentrum zum wiederholten Mal lustlos präsentiert. Der Pleite gegen die Phantoms folgte ein Trainerwechsel. Unter dem neuen Coach Dirk Happe ist ein anderer Barrett zu erleben. Der soll heute (20 Uhr) im Heimspiel gegen Oldenburg Akzente setzen.
"Sefton ist jetzt auf einem guten Weg. Wenn er so weiter macht, kann er zu einem Führungsspieler reifen", urteilt Dirk Happe über den 26-Jährigen, der mit seinen spektakulären Blocks und Dunkings im letzten Heimspiel gegen Gießen (63:78) die Ausrufezeichen setzte und auch in der Verteidigung eine ordentliche Vorstellung ablieferte. "Sefton definiert sich nicht mehr allein über die Offensive. Die Defense ist mindestens genauso wichtig", betont der Trainer, der den 1,98-Meter-Mann wieder auf der 3 starten lässt.
Diesen Platz in der Stamm-Fünf hatte Barrett nach schwachen Leistungen zwischenzeitlich schon verloren. "Ich habe mich in einigen Phasen der Saison nicht immer völlig professionell verhalten", gibt der Kanadier zu. Er sei ein Typ, der sich tendenziell schnell abkapsele und zu viel über misslungene Aktionen nachdenke. Mit Hilfe von "Coach Dirk" habe er das aber zuletzt abstellen können.
"Ich habe eine neue positive Einstellung zum Spiel", gibt der Small Forward zu Protokoll und hat für die letzten acht Saisonspiele ein klares Ziel ausgemacht. "Ich möchte in dieser Liga bleiben und werde mich dafür mit 100 Prozent einsetzen", verspricht der Kanadier und führt einen guten Grund an. "In den letzten drei Jahren hat Paderborn in der Liga einen guten Job gemacht. Ich möchte nicht zu den Typen gehören, die mit den Baskets wieder absteigen. Das hängt einem noch jahrelang nach", fürchtet sich der Mann aus Toronto vor dem ersten Abstieg seiner Karriere.
Und vielleicht auch ein wenig vor dem Paderborner Publikum. Denn die öffentliche Äußerung eines ehemaligen Baskets- Zweitligaakteurs, dass Sefton Barrett der unmotivierteste Profi der Bundesligageschichte sei, will dieser nicht auf sich sitzen lassen.