INTERVIEW: Paderborns neuer und alter Torwart Lukas Kruse zu den Beweggründen seiner Rückkehr
Augsburg / Paderborn. Planungssicherheit für den SC Paderborn. Das 1:1-Remis in Fürth gewährleistet seit Freitagabend die weitere Zugehörigkeit zur 2. Fußball-Bundesliga, schon tags darauf setzte der erste (Neu)-Zugang für die Saison 2010/11 seinen Friedrich-Wilhelm unter einen Zweijahres-Vertrag. Mit dem 26-jährigen Lukas Kruse kehrt jetzt ein Eigengewächs zwischen die SCP-Pfosten zurück (die NW berichtete bereits gestern).
"Die sportlichen und wirtschaftlichen Aspekte sind stimmig, zudem kennt Lukas das Paderborner Umfeld", sagt Sportlicher Leiter und Cheftrainer Andre Schubert. NW-Redakteur Werner Schulte sprach mit Kruse jetzt über die persönlichen Beweggründe, in der alten sportlichen Heimat wieder Fuß fassen zu wollen.
Vorher 13 Jahre im SCP-Dress, dann zwei Wanderjahre, hat da etwa das Heimweh die Entscheidung getroffen, doch wieder an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren?
KRUSE: In erster Linie habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen, weil ich wieder regelmäßig spielen will. Diese Chance bekomme ich in Paderborn und darauf freue ich mich riesig. Als Simon Jentzsch im vergangenen Jahr vom FC Augsburg verpflichtet wurde, wusste ich gleich, dass ich mich wohl doch hinten anstellen muss.
Wer hat jetzt wen angesprochen?
KRUSE: Da waren eigentlich beide Seiten im Spiel. Schließlich ist mein Kontakt zum SC Paderborn ja nie so richtig abgerissen. Mit Markus Krösche telefoniere jede Woche mindestens einmal.
Aber auch der neue Vertrag
erhält wohl keine Stammplatz-Garantie . . .
KRUSE: Die gibt es wohl nirgendwo. Mir ist schon klar, dass ich mich künftig im sportlichen Duell mit meinem Kollegen Daniel Masuch durchsetzen muss, wenn ich in Paderborn die Nummer eins werden will. Das ist natürlich mein Ziel.
Das Duell des damals just im Winter verpflichteten Tom Starke kontra Kruse endete zum Rückrundenstart der Zweitliga-Saison 2005/06 pro Starke. Manch einer konnte diese Personalentscheidung seinerzeit nicht nachvollziehen. Sitzt dieser Stachel immer noch tief?
KRUSE: Natürlich war ich zunächst enttäuscht, aber die Spiele haben anschließend gezeigt, dass die Entscheidungsträger zumindest nichts falsch gemacht haben. Allerdings hat Starke die große Chance erhalten, sich im Wettkampf weiterentwickeln zu können. Und wo steht er jetzt, und wo stehe ich?
Dann müsste Tom Starke ja doch so etwas wie ein Feindbild sein . . .
KRUSE: Ist er für mich nie gewesen. Im Gegenteil: Wir sind sogar gute Kumpel geworden und pflegen nach wie vor Kontakt. Aus meiner Sicht ist Tom klar der zurzeit beste Zweitliga-Torwart (spielt für den MSV Duisburg, d. Red.)
Gibt es schon konkretere Pläne für ein Karriere-Ende?
KRUSE: Ich werde im Sommer 27, also bin ich mitteljung, aber kein Jungspund mehr. Am liebsten würde ich noch so rund zehn Jahre weiterspielen.
Etwa beim SC Paderborn?
KRUSE: Ich habe zunächst mal für zwei Jahre unterschrieben, obwohl man mir einen Drei-Jahres-Vertrag angeboten hatte. So lange wollte ich mich dann doch nicht binden, zumal ich im Vergleich zu Augsburg auch finanzielle Abstriche machen musste.
Wie lauten die konkreten sportlichen Ziele für die Spielzeit 2010/11?
KRUSE: So schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen. Einen größeren Anspruch können wir wohl auch diesmal nicht stellen. In dieser Saison hat die Mannschaft das ganz überragend gemacht. Aber das zweite Jahr ist ja immer das schwerste.