Paderborn. Schade, aber wohl nicht zu ändern. Mit der Trennung von Matthias Holst gab Andre Schubert in seiner Eigenschaft als Sportlicher Leiter am gestrigen Donnerstag eine wichtige Personalentscheidung für die Zweitliga-Saison 2010/11 bekannt. Die wird beim SC Paderborn jetzt ohne den (ehemaligen) Abwehrchef über die Bühne gehen.
Allein die weiterhin angespannte Finanzlage habe dieser Entscheidung die Munition geliefert, begründet Schubert einen Schritt, der auch rein menschlich ein herber Verlust sei. "Er fehlt uns einfach als Typ", sagt der 38-Jährige aus der Sicht seines zweiten Jobs als Cheftrainer, "weil Holst ein überragend feiner Mensch ist, der sich nach wie vor vorbildlich für die gemeinsame Sache engagiert." Selbst als der 27-jährige Abwehrrecke seinen Stammplatz vorübergehend verloren habe und "draußen saß, hat er sich sehr fair verhalten", findet der Coach ausnahmslos lobende Worte für seinen in Kürze scheidenden Innenverteidiger. Holst selbst, den Ex-Trainer Pavel Dotchev vor der Aufstiegssaison im Sommer 2008 von RW Erfurt zum SCP lotste, wäre "wirklich gern hier geblieben", dennoch zeigt er auch Verständnis für die jetzt gefallene Entscheidung, seinen Zwei-Jahres-Vertrag nicht zu verlängern.
Die von Schubert gelieferte Begründung des finanziellen Aspektes will der 27-Jährige allerdings nicht falsch verstanden wissen. Er fühle sich beim SCP keinesfalls als "Großverdiener" versichert er und ergänzt, "dass ich ja schon etwas länger im Geschäft bin und mein Vertrag deshalb womöglich etwas besser dotiert war".
Ansonsten erkennt auch Holst keinerlei Gründe, jetzt schmutzige Wäsche waschen zu müssen. "Wir haben die Angelegenheit ganz professionell abgewickelt", sagt er, außerdem sei er ja auch nicht gerade mit einer Riesenüberraschung konfrontiert worden. Angesichts seiner zuletzt wieder vermehrten Einsätze habe er sich zwischenzeitlich aber schon Hoffnungen gemacht, "vielleicht doch bleiben zu dürfen". Seinem Trainer ist er überaus dankbar, sich auch am Samstag beim Gastspiel in Duisburg (13 Uhr MSV-Arena) und wahrscheinlich auch darüber hinaus noch zwei Mal im SCP-Dress präsentieren zu dürfen.
Grundsätzlich macht sich Holst ("Arbeitslos werde ich wohl nicht") um seine sportliche Zukunft keine Sorgen. Lediglich sein Alter sei im Profigeschäft schon eine gewisse Hypothek, sagt der Defensivstratege. Vielerorts setze man auf Verjüngungskuren und Perspektivspieler, "da ist es ja fast schon normal, dass die Alten aussortiert werden." Am 19. Juni feiert der dreifache Familienvater sein 28. Wiegenfest, für die 2. Liga hält er sich persönlich auch weiterhin tauglich. Vorstellen könne er sich für seinen weiteren Werdegang aber "eigentlich alles", schließlich müsse er jetzt zusehen, "wo ich bleibe".