VOLLEYBALL 2. LIGA: Markus Brockhoff ist nicht mehr Coach der DJK Delbrück
Delbrück. Eigentlich wollte Markus Brockhoff im Sommer seine zehnte Saison als Trainer der DJK Delbrück in Angriff nehmen. Vorstand und Chefcoach hatten sich in der vergangenen Woche auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geeinigt (wir berichteten). Doch sie hatten die Rechnung ohne die Mannschaft gemacht. Denn die sprach sich nun gegen ihren Trainer aus. Konsequenz: Markus Brockhoff ist nicht länger Coach des Volleyball-Zweitligisten. Eine höchst erfolgreiche Ära geht damit zu Ende.
Die jüngste Entwicklung kam dabei sowohl für Brockhoff als auch für den DJK-Vorstand überraschend. So erfuhr Geschäftsführer Matthias Benesch am Sonntagabend bei einer Geburtstagsfeier vom Misstrauensvotum der Mannschaft. "Ich wurde geradezu aus allen Wolken gerissen. Es war wie ein Schlag vor den Kopf", sagt Benesch, der nun erst einmal Ursachenforschung betreiben will. "Wir kennen die Hintergründe selbst nicht so genau", betont der DJK-Geschäftsführer, der den Vorstand, Kapitän Sebastian Striewe und Co-Trainer Uli Kussin am Abend zu einer Krisensitzung laden wollte.
Sebastian Striewe erklärt derweil gegenüber der Neuen Westfälischen, dass das Zerwürfnis zwischen Team und Trainer keinesfalls auf persönlichen Gründen basiere. "Menschlich ist Markus ein super Typ. Sonst hätten wir es all die Jahre nicht mit ihm ausgehalten. Es geht allein um sportliche Dinge", sagt der Mannschaftskapitän. So seien große Teile der Mannschaft gerade in der Rückrunde der vergangenen Saison mit einigen personellen und taktischen Entscheidungen nicht einverstanden gewesen. "Da haben sich viele Kleinigkeiten langsam aufgestaut", erläutert Striewe, der sich zugleich selbstkritisch zeigt.
"Das ist in den letzten Tagen sehr unglücklich gelaufen. Markus hätte sicher einen anderen Abschied verdient gehabt. Das tut uns selbst super leid", beteuert der DJK-Kapitän, der mit seinen Teamkollegen Ende der vergangenen Woche getagt hatte. "Und wir waren uns einig, dass eine weitere Zusammenarbeit keinen Sinn mehr gehabt hätte", sagt Striewe. Zudem sei im Mannschaftskreis über einen möglichen Nachfolger diskutiert worden. "Für uns wäre Uli Kussin die naheliegendste Lösung", plädiert der Teamkapitän für den 35-jährigen Co-Trainer als neuen Chefcoach.
Ziemlich niedergeschlagen ist Markus Brockhoff. "Es ist keine einfache Situation. Ich muss das erst einmal alles sacken lassen", sagt der Ex-Trainer, dessen Name ganz eng mit der Erfolgsstory der DJK Delbrück verbunden bleiben wird. "Fakt ist, dass die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr stimmt. Das hatte auch ich wohl falsch eingeschätzt", ergänzt Markus Brockhoff. Dennoch steht für den 45-Jährigen eines fest: "Ich werde jetzt keine schmutzige Wäsche waschen."