Paderborn. Sören Brandy hat das Licht der Welt in Verl erblickt. Das liegt so ziemlich genau in der Mitte zwischen Bielefeld und Paderborn. Aufgewachsen ist er dann in Schloß Holte-Stukenbrock. Dann aber ist in seinem Fußballerleben eine Entscheidung gefallen, die nicht unwesentlich Einfluss darauf hatte, dass "ich das heute sehr schön finde, vor Bielefeld zu stehen".
Den Grund dafür liefert er gleich nach: Schließlich habe er sehr früh mit dem Fußball in Gütersloh angefangen, "und da war Bielefeld für mich immer ein Konkurrenzklub." Im gestrigen Spiel gegen Alemannia Aachen spielte das ostwestfälische Konkurrenzudenken aber keine Rolle. Da ging es für den Blondschopf auch nur um drei normale Punkte in einem Meisterschaftsspiel. In einer eher mageren ersten Halbzeit der gesamten Paderborner Elf war Brandy dann aber noch der Aktivposten. Überhaupt war er in den 90 Minuten der SCP-Spieler mit den meisten Torschüssen (5). Nur leider wurde er im Spielverlauf nicht für sein Engagement belohnt. "Darum trage ich ja jetzt auch dieses Trikot", deutete er auf ein viel zu großes Oberteil, in das sonst die Torhüter des SCP schlüpfen. "Weil ich ja fast mehr für das Tore verhindern zuständig war", fügte er etwas selbstironisch an.
Dann aber kehrte er sofort wieder zurück zur Sachlichkeit, lobt die Leistungssteigerung des gesamten Teams im zweiten Abschnitt, "und ich bin auch mit meiner Leistung zufrieden. Nur ein Tor hat mir gefehlt", bedauerte er. Chancen dazu hatte er einige. Die beste hatte er wohl in der 59. Minute, als er freigespielt von Mahir Saglik den Ball an das Lattenkreuz hämmerte. Dafür trafen gegen Aachen nach einem 0:1-Rückstand ( Kopfball Stehle, 40.) andere. Auch weil Brandy ein unermüdlicher Antreiber war. Brückners Ausgleich (68.) war dann ebenso Lohn für den gezeigten Einsatz, wie das 2:1 durch Mahir Saglik (78.).
Die Chance, bei seinem eigenen Torekonto noch das halbe Dutzend voll zu machen, hat der fünffache Torschütze Sören Brandy jetzt noch im letzten Spiel beim FC St. Pauli am Millerntor. "Dort werden wir sicher noch einmal alles geben. Vielleicht gibt es ja noch einmal ein schönes Offensivfeuerwerk von beiden Seiten", freut sich der 24-Jährige schon auf das Finale beim schon sicheren Erstliga-Aufsteiger.
Weniger auskunftsfreudig war nach dem Spiel Sören Halfar. Ob er noch eine Zukunft in Paderborn hat, wollte er am vergangenen Freitag erst einmal davon abhängig machen, "ob ich überhaupt spiele." In der Tat stand der gebürtige Niedersachse, der sich nach langer Verletzungspause mit viel Einsatz im Training und in der U23 wieder herangekämpft hatte, gegen Aachen in der Startelf. Dennoch verweigerte er nach dem Schlusspfiff und zuvor 69 gespielten Minuten eine Stellungnahme.
Auf Bestreben von Stadionsprecher Jürgen Lutter wurde dann kurz nach Spielende auf den beiden Anzeigentafeln der Energieteam-Arena neben den Endergebnissen ausnahmsweise sogar die aktuelle Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga eingeblendet. Derweil feierten die Fans lautstark ihre "Nummer eins in OWL." Und Sören Brandy und Co. genossen das Bad in der Fangemeinde.