Bei den Volkstriathlon-Rennen steht oft nicht der sportliche Ehrgeiz, sondern der Spaß im Vordergrund
Paderborn. Bevor beim 8. Paderborner City-Triathlon die internationalen und nationalen Spitzenathleten ins Rennen gingen, gehörten die Strecken den Volkstriathleten. Dabei gab es auch eine Premiere: Erstmals wurde ein Firmenstaffelrennen durchgeführt. Und dabei war das Erzbischöfliche Generalvikariat Paderborn gleich mit drei Teams am Start. Ziemlich originell war hierbei der inoffizielle Name des Frauenteams. In Anspielung auf ihren Chef Alfons Hardt, seines Zeichens Generalvikar, gingen Karen Mendelin, Christel Vollmer und Beate Rosentreter als "Drei Engel für Alfons" an den Start. Die sportlichen Herausforderungen meisterten Schwimmerin Karen, Radfahrerin Christel und Schlussläuferin Beate mit Leichtigkeit. "Schließlich haben wir alle schon an Marathonläufen teilgenommen", erklärte Christel Vollmer. Ihre Teamkollegin Karen Mendelin lobte derweil den Veranstalter: "Das ist hier alles richtig gut organisiert. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht."
Reichlich Spaß hatte auch das ehemalige Paderborner Leichtathletik-Ass Claudia Tonn. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Stefan Drescher und Kumpel Frank Lammers startete die 29-Jährige in der Volkstriathlon-Staffel. Claudia Tonn musste dabei 500 Meter Schwimmen und hatte nur vor dem Start Probleme. "Ich hatte doch tatsächlich meine Schwimmbrille vergessen", verriet die Olympia-Teilnehmerin von 2004. Ihr Freund Stefan Drescher hatte auf der Radstrecke noch weitaus mehr Pech. Ein Plattfuß kostete ihn viel Zeit. "Genau genommen habe ich 7 Minuten und 36 Sekunden gebraucht, um den Reifen zu flicken", erklärte ein schmunzelnder Stefan Drescher, der offensichtlich exakt die Zeit gestoppt hatte. Kleinere Probleme mit der "Luft" hatte auch Frank Lammers auf der 5-Kilometer-Laufstrecke. "Ich bin ein wenig zu schnell angegangen. Die zweite Runde war hart", resümierte der Steuerberater aus Paderborn, der sich am Ende mit Claudia Tonn und Stefan Drescher über eine Gesamtzeit von 1:16,15 Stunden und einen respektablen 13. Platz freuen konnte. Ohne die Reifenpanne wäre es sogar der sechste Rang gewesen – vorausgesetzt, Stefan Dreschers Stoppuhr funktioniert richtig. Eine möglichst exakte Zeitmessung war auch bei einem ganz speziellen Duell vonnöten. Ausgerechnet in der Osterlauf-Stadt Paderborn lieferten sich zwei ehemalige Hermannslauf-Siegerinnen einen packenden Zielsprint. Die 46-jährige Katjana Quest-Altrogge (Krefelder Kanu-Klub) bezwang dabei ihre 24 Jahre jüngere Konkurrentin Franziska Schmidt (Bielefeld), die nach ihrem Hermannslauf-Sieg 2009 auf den Triathlon-Sport umgesattelt hatte. "Dies macht mehr Spaß, denn es ist viel abwechslungsreicher", erklärte Schmidt. Altmeisterin Katjana Quest-Altrogge war dagegen bereits bei ihren Hermannslauf-Siegen 1991 und 1995 eine passionierte Triathletin. "Der Hermannslauf war für mich mehr ein Abfallprodukt", witzelte die Krefelderin, die einst für den Tri-Club Paderborn in der Bundesliga gestartet war. Noch heute hilft die 46-Jährige mitunter im Krefelder Bundesliga-Team aus. Und 2011 will Katjana Quest-Altrogge auch wieder beim Paderborner City-Triathlon am Start sein.