FUSSBALL A-LIGA PB: Hagenbrock-Elf ist eine Klasse für sich / SC Borchen II rettet sich in der Relegation
VON SEBASTIAN KOCH
Kreis Paderborn. In der Paderborner Fußball-Kreisliga A lief es in der Saison 2009/2010 wieder nach einem altbewährten Schema ab: In Sachen Aufstieg setzte sich ein Team sehr früh ab. Diesmal war es der SC Grün-Weiß Espeln, der äußerst souverän den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga schaffte. Der Kampf um den Klassenerhalt blieb dagegen erneut bis zum letzten Spieltag (und darüber hinaus) extrem spannend. In der Relegation sicherte sich der SC Borchen II durch den 5:2-Sieg über den B-Ligisten DJK/SSG Paderborn den Ligaverbleib. Der SV Sande, die DJK Mastbruch II sowie der Delbrücker SC III sind dagegen abgestiegen.
Der Meister
Ab dem dritten Spieltag belegte der SC GW Espeln den Platz an der Sonne – und der Bezirksliga-Absteiger der Vorsaison ließ sich von diesem Rang auch nicht mehr verdrängen. Zur Winterpause lag die Hagenbrock-Elf bei einer Pleite (1:2 bei Kastrioti Stukenbrock) und einem Remis (0:0 gegen Suryoye Paderborn) zwar nur mit zwei Zählern vor dem Ligazweiten FC Dahl/Dörenhagen 08, hatte aber noch zwei Partien in der Hinterhand. Nach der langen Winterpause setzte der SCE seinen Alleingang fort und machte schließlich durch einen 3:0-Sieg beim direkten Verfolger aus Dahl/Dörenhagen die Rückkehr in die Bezirksliga perfekt. Espelns Trainer Andreas Hagenbrock bemühte nach dem gelungenen Meisterstück ein Zitat von Uli Hoeneß: "Das war eine Demonstration der Macht."
Die Favoriten
Vor Saisonbeginn wurde auch der SC BW Ostenland als Titelkandidat gehandelt. Doch der Vorjahres-Vizemeister kam einfach nicht in Tritt. "Der Motor will nicht anspringen", monierte SCO-Trainer Wilfried Neuschäfer nach dem ersten Saisondrittel, als sich seine Elf auf einem Abstiegsrang wiederfand. Schlussendlich konnte der SCO auch dank der guten Leistungen einiger A-Jugendlichen immerhin die Klasse halten.
Besonders überzeugend agierte zudem Stürmer Enrik Hesse, der den SCO mit 24 Treffern zum Ligaverbleib schoss. Die Mitfavoriten SCV Neuenbeken, FC Dahl/Dörenhagen 08 und Türk-Gücü Paderborn kamen auf den Plätzen zwei bis vier ins Ziel, wobei sich Neuenbeken durch einen 2:1-Sieg über den FC Dahl/Dörenhagen am letzten Spieltag die Vizemeisterschaft sicherte.
Eher enttäuschend war der vierte Platz für Türk-Gücü, dessen Fußballobmann Recep Alpan zuvor getönt hatte: "Unsere Mannschaft ist gut drauf. Die anderen müssen sich warm anziehen". Doch 21 Punkte hinter dem anvisierten Aufstiegsplatz sprechen eine andere Sprache.
Das Überraschungsteam
Der von Max Franz trainierte Aufsteiger FC Dahl/Dörenhagen war in der gesamten Spielzeit unter den ersten Vier und wurde am Ende Tabellendritter. Mit Spielertrainer Max Franz (33 Tore) und Dennis Widmer (30 Tore) stellte der FC zudem das treffsicherste Sturmduo des Paderborner Oberhauses.
Die Neulinge
Der FC Dahl/Dörenhagen war als Tabellendritter auch der beste Aufsteiger. Mit dem TuS Egge Schwaney konnte ein weiterer Neuling die Klasse halten, während der Delbrücker SC III (16.) und die DJK Mastbruch II (17.) direkt zurück in die B-Liga mussten. Die von Mathias Eikel trainierten Schwaneyer pendelten stets im Liga-Mittelfeld, kamen nie ernsthaft in Abstiegsnöte und landeten letztlich auf dem 14. Tabellenplatz.
Die Absteiger
Die DJK Mastbruch II schaffte nie den Sprung über den zwölften Rang hinaus und befand sich somit permanent im Abstiegsstrudel. Als die sechs Punkte aus den Spielen gegen Kastrioti Stukenbrock (5:0) und den FC Westerloh-Lippling (4:2) aufgrund des nicht spielberechtigten DJK-Akteurs Patrick Grziwotz aberkannt wurden, war das Thema A-Liga für die Elf von Richard Malina gelaufen.
Absehbar war der Abstieg des Delbrücker SC III, der erstmals am 28. Spieltag über dem Strich rangierte, sich dort jedoch nicht behaupten konnte. Entscheidend war die 1:4-Heimniederlage am 32. Spieltag gegen den direkten Kontrahenten SC Borchen II, der sich so den Relegationsplatz sicherte. Frühzeitig entschieden war der Abstieg des SV Sande, der ganz acht Zähler holte und in den letzten 26 Spielen (!) der Saison nicht einen einzigen Punkt einfuhr.
Die Relegation
"Frühzeitig den Klassenerhalt sichern", gab Trainer Uwe Schöncke vom SC Borchen II als Saisonziel aus. Das klappte zwar nicht, aber immerhin hielt seine Elf durch den 5:2-Sieg über den B-Ligisten DJK/SSG Paderborn im Relegationsspiel die A-Liga.
Die Spielwertungen
Bereits in der Hinserie wurde die Partie Hövelhofer SV II – FC Westerloh-Lippling mit 2:0 für das Heimteam gewertet, da der FC sich geweigert hatte, auf dem Aschenplatz zu spielen. Drei kampflose Punkte erhielt auch der TuS Sennelager, da der SV Sande nicht angereist war. Die DJK Mastbruch II verlor die Punkte aus den Partien gegen Kastrioti Stukenbrock (5:0) und FC Westerloh-Lippling (4:2). Grund: Patrick Grziwotz war nicht spielberechtigt.
Der Toptorjäger
Sven Görgen vom Meister SC Espeln sicherte sich die Torjägerkanone des Paderborner Oberhauses. Mit 41 Treffern war der SC-Goalgetter eine Klasse für sich und erzielte fast ein Drittel aller Espelner Treffer (131).
Der höchste Sieg
Der FC Dahl/Dörenhagen feierte im Heimspiel gegen den SV Sande ein Schützenfest: Nach neunzig Minuten hieß es 13:1. Ebenso deutlich fertigte der SC Espeln die Sander Elf ab – der Endstand lautete hier 12:0.
Die Unterhaltsamen
Die torreichsten Aufeinandertreffen sahen die Zuschauer bei den Partien des BV Bad Lippspringe II (198 Tore) und des SV Benhausen (189 Tore). "Bei uns bekommt man immer etwas geboten", kommentiert BVL-Coach Michael Schwarz das Torverhältnis von 104:94.
Die direkten Duelle dieser beiden Teams hielten ebenfalls das, was sie versprachen. In Benhausen siegte der BVL II mit 8:3, während im Rückspiel die Gäste aus Benhausen mit 5:4 die Oberhand behielten. Insgesamt fielen in den 306 A-Liga Spielen 1.411 Treffer. Das entspricht einem Schnitt von 4,61 Toren pro Spiel.
Die Trainerwechsel
Bereits nach zehn Spieltagen wurde Frank Kerkemeyer von seinem Amt als Trainer der SF/BW Paderborn entbunden. Es folgte Spielertrainer Dirk Müller, der die SF/BW aus der Abstiegszone führte. Weniger erfolgreich verlief der Trainertausch beim SV Sande. Jürgen Lex wurde nach fast sechs Jahren von "Wunschkandidat" Simon Keal (O-Ton Fußball-Abteilungsleiter Harald Freis) abgelöst. Doch unter der Regie des neuen Trainers holte das Ligaschlusslicht keinen einzigen Punkt.
Auch Willi Kutowski musste in der Rückserie seinen Hut nehmen und wurde durch das Trainerduo Sven Antpöhler und Andre Milse ersetzt, mit dem die HSV-Reserve auf einem guten sechsten Platz ins Ziel kam. Zudem trennten sich Kastrioti Stukenbrock und Bernd Gorski "in beiderseitigem Einvernehmen", so der scheidende Coach. Sechs Wochen vor Saisonende übernahm Jürgen Radtke, der zuvor den TuS Friedrichsdorf betreut hatte.
Weitere Wechselspiele
Für die Spielzeit 2010/2011 stehen bereits weitere Personalwechsel fest: So übernimmt Werner Schuck das Amt bei den SF/BW Paderborn vom bisherigen Spielertrainer Dirk Müller. Georg Falow löst bei der Reserve des Hövelhofer SV das Trainerduo Sven Antpöhler und Andre Milse ab. Beim Aufsteiger SV Schöning hat künftig Luigi Brusciano, der in der abgelaufenen Spielzeit noch für den FC Westerloh-Lippling am Ball war, das Sagen. Er folgt auf Dieter Ernesti, der Schöning nach drei Jahren Trainertätigkeit und dem A-Liga-Aufstieg zum krönenden Abschluss verlässt.
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