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10.07.2010
Ein Goliath gibt Gas
SC PADERBORN: 1,93 Meter großer Stürmer David Jansen hat viel Selbstvertrauen

Verfolgerjagd | FOTO: WERNER SCHULTE

Teistungen. David Jansen hat "gewisse Rituale" und eiserne Prinzipien. "Freundschaft, Liebe, Glaube, Hoffnung", diese vier Botschaften hat er sich mit chinesischen Schriftzeichen senkrecht auf den rechten Unterarm tätowieren lassen. Die dokumentieren die Grundzüge "meiner Lebensphilosophie". Mit dem Gardemaß von 1,93 ist dieser David eigentlich ein Goliath.

"Ein solches Stürmerprofil hatten wir bislang nicht im Kader", sagt auch Cheftrainer Andre Schubert über den vierten Neuzugang, den der SC Paderborn für die Zweitligasaison 2010/11 verpflichtete.

Zuletzt stürmte der 22-Jährige eine Saison lang für den Regionalligisten Chemnitzer FC. In 30 Spielen traf er ein sattes Dutzend mal ins Schwarze. Eine Treffer-Quote, die auch den SCP-Coach neugierig machte. Als Chemnitz am 3. Mai 2010 den Erzrivalen Dynamo Dresden aus dem Sachsen-Pokal katapultierte, war auch Schubert einer der rund 12.000 Augenzeugen dieser Partie. Jansen musste allerdings kurz vor der Pause mit einer Überdehnung des Kreuzbandes vom Platz. "Eigentlich schade", sagt er, "zum Glück war’s ja kein Riss." Ansonsten wäre der Deal wohl nie zustande gekommen.

Auf Anhieb fühlt sich der Offensivstratege im Kader des SC Paderborn pudelwohl. "Ich habe genau die richtige Wahl getroffen", ist sich Jansen trotz des aktuell hohen Trainingspensums ganz sicher: "Das hier läuft alles sehr solide ab."

Keine Frage, für Jansen, der von der U15 bis zur U19 beim SC Freiburg ausgebildet wurde, ist das für einen Fußballprofi nötige Selbstvertrauen und der entsprechende Ehrgeiz wahrlich kein Fremdwort. "Ich weiß, was ich kann und werde dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich machen", sagt der Angreifer, der auch eine gewisse Nervenstärke zu seinen Vorzügen zählt.

Sechsmal musste er bislang vom Punkt aus antreten, jeden Elfer hat er anschließend versenkt. Auch den jüngsten Paderborner Zuschauerschnitt von 8.000 Besuchern pro Heimspiel hält Jansen für ausbaufähig. Beim Viertligisten in Chemnitz ("Die Fans dort sind auch ganz schön bekloppt") spielte er zuletzt regelmäßig vor rund 12.000 Zuschauern.

Wenn sein neuer Klub das Fan-Interesse steigern wolle, dann stehe auch das Team mit attraktivem Fußball in der Verantwortung. Klare Worte eines glaubwürdigen SCP-Novizen, der fest verspricht, diese Theorien künftig auch in Taten umsetzen zu wollen. In Paderborn wohlgemerkt, denn während der Chemnitzer FC den Goalgetter gern weiterbeschäftigt hätte, waren auch der FC Schalke II und RW Essen an einer Verpflichtung interessiert. Als er CFC-Trainer Gerd Schädlich schlussendlich die Entscheidung pro Paderborn mitteilte, habe der sogar "alles Gute" gewünscht und ihm gratuliert, weil "das der richtige Weg ist."

Jansen weiß sehr wohl, dass er jetzt einer der Kandidaten ist, die möglichst in die Fußstapfen des wohl endgültig verlorenen (Stürmer)-Sohnes Mahir Saglik (15 Saisontore ) treten sollen. Er selbst sei ein Typ, der gern mit Flanken gefüttert werde, aber auch den tödlichen Pass spielen könne", sagt Schuberts neuer Hoffnungsträger. Das klingt doch recht viel versprechend.


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