Lippstadt. Experiment gelungen, Patient lebt. Und wie. Nach dem torlosen Remis gegen Lodz war Cheftrainer Andre Schubert in seiner Rolle als Strahlemann wohl kaum zu toppen. Kurz zuvor hatte der SC Paderborn auch das achte Testspiel in Serie schadlos überstanden. Fünf Siege und drei Remis, so die aktuelle Bilanz des Fußball-Zweitligisten nach dem gestrigen Schlusspfiff im Lippstädter Stadion am Waldschlösschen.
Mehr noch: Auch gegen den polnischen Erstliga-Aufsteiger dominierten die Ostwestfalen vornehmlich mit sicherer Abwehrarbeit. "Ich fand das wirklich richtig gut", war Schubert jedenfalls hochzufrieden.
Durfte er auch, denn abgesehen von einigen Zufallsprodukten aus der zweiten Reihe brachten die Polen tatsächlich nichts Nennenswertes auf die Reihe. SCP-Keeper Daniel Masuch, der in Lippstadt durchspielte, verbrachte einen äußerst ruhigen Abend.
Nur 18 Spieler nominiert
Fürs Duell mit Widzew hatte Schubert diesmal nur 18 Spieler nominiert. Jens Wemmer, Sven Krause und David Jansen absolvierten nachmittags vor dem Spiel ersatzweise nur eine Laufeinheit. Statt dessen überraschte der SCP-Coach mit einer (noch) nicht alltäglichen Startformation.
Während Markus Krösche und Markus Palionis als Doppelsechser auftraten, spielte Nico Klotz zunächst im Angriff, Enis Alushi (reagierte kurz vor dem Wechsel nach einem Brückner-Anspiel in aussichtsreicher Position vor dem gegnerischen Tor zu langsam) wurde als zweite hängende Spitze aufgeboten.
Treffsicher waren die Beiden am Ende nicht, auch wenn Alsuhi den polnischen Keeper Kaniecki (67.) mit seinem Distanz-Freistoß um Haaresbreite doch noch überrascht hätte.
SCP dominierte die Partie deutlich
Während die Partie im ersten Durchgang keinen der rund 250 Zuschauer vom Hocker gerissen haben dürfte, war Polen nach dem Wechsel offen. Widzew feiert anno 2010 den 100. Vereinsgeburtstag und sah in der zweiten Hälfte auch entsprechend alt aus. Spätestens nach den Einwechselungen von Sören Brandy (56. für Klotz) und Rolf-Christel Guié-Mien (56. für Daghfous) dominierte der SCP diese Partie auch in der Vorwärtsbewegung deutlich.
Zunächst kratzte ein Abwehrspieler einen Strohdiek-Schuss nach einem Eckball von der Torlinie (53.), dann scheiterte Toni Wachsmuth (59.) am Widzew-Keeper.
Und fast hätte ein Traumtor von Brandy die Paderborner Überlegenheit sogar noch gekrönt, aber auch diesmal war Kaniecki gegen den Fallrückzieher des eingewechselten Stürmers rechtzeitig auf dem Posten.
SC Paderborn: Masuch – Strohdiek (76. Smik), Mohr, Gonther, Wachsmuth (65. Heithölter) – Krösche (72. Jevric), Palionis – Daghfous (56. Guié-Mien), Brückner – Alushi (83. Mosquera), Klotz (56. Brandy).