Paderborn. Fußball-Zweitligist SC Paderborn entfleucht keineswegs auf leisen Sohlen in das neue Jahr 2011. Und schon gar nicht klammheimlich in das nächste Jahrzehnt, denn kurz vor der Jahreswende hat der Verein durch Präsident Wilfried Finke ein neues Konzept zur Vermarktung des Vereins vorgestellt. Und Wilfried Finke wäre nicht Wilfried Finke, wenn er diese Gelegenheit nicht genutzt hätte, um auch seine Zukunftsvisionen den SC Paderborn betreffend deutlich darzustellen.
Für die nächsten zehn Jahr plus einer Option auf weitere fünf Jahre lässt sich der Verein durch die Münchner Agentur Sportsman Media Group vermarkten. Dieser Schritt war möglich, weil vor wenigen Tagen erst die gesamte, eigene Marketing-Abteilung des Klubs gekündigt hatte, um sich künftig anderen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Rückblickend lobte auch der Präsident noch einmal die scheidenden Mitarbeiter Rüther, Bruns und Dröge und bezeichnete deren Engagement als ein "erfolgreiches Stück Geschichte mit dem Verein." Rund um den Kirchturm sei dabei gute Arbeit geleistet worden. Die Tür zu überregional tätigen Unternehmen aber sei geschlossen geblieben, "weil der SC Paderborn in der Wahrnehmung immer noch keine traditionelle Adresse im Fußball ist", bemängelte Finke.
Seit 2004 auf dem Markt
Thomas Krohne gründete "the sportsman media group" im Juni 2004. Vornehmlich an den Standorten München, Wien und London beschäftigt das Unternehmen über 200 Mitarbeiter. Die Sportrechte- und Sportmarketing-Agentur sieht ihr Hauptgeschäft in der Akquisition und im Vertrieb von Medienrechten sowie in der Vermarktung und Betreuung von Sponsoring-Projekten. Die Sportsmann-Gruppe vermarktet unter anderem die erste und zweite Fußball-Bundesliga international. Auch für den Drittligisten Kickers Offenbach ist die Firma Komplettvermarkter.
Mit gewohnt markigen Worten umschrieb er dann die geschlossene Kooperation mit der Sportsman-Gruppe. Mit ihnen habe man "echte Profis an unserer Seite. Und wenn sich gute Leute mit anderen guten Leuten zusammentun, ist das besser, als wenn sich zwei Kranke ins Bett legen und darauf warten, wieder gesund zu werden."
Leider werde der SC Paderborn bisher immer noch mehr als ein Abstiegskandidat der zweiten Liga eingestuft. Daran habe auch der fünfte Platz aus dem Vorjahr nichts geändert. Der Präsident aber gibt sich mit diesem Status nicht zufrieden. "Wir wollen uns dauerhaft im ersten Drittel der zweiten Liga etablieren und irgendwann auch mal oben mitspielen", kündigte er an. Dies seien keine reinen Wunschvorstellungen, sondern durchaus realisierbare Ziele. "Ich habe vor Jahren auch gesagt, dass wir bald in der zweiten Liga spielen und ein neues Stadion bekommen. Das alles ist auch Realität geworden", fügte er hinzu.
Die Sportsmann-Gruppe wird jetzt mit dem Verein die Vielzahl der Bewerbungen für die Marketing-Abteilung sichten, denn schon bald soll vor Ort ein drei bis vier Mann starkes Team installiert werden. "Wir werden den SC Paderborn nicht von München aus betreuen, sondern wollen die richtigen Personen für den Verein finden", so Thomas Krohne.
Präsident Finke zeigte sich abschließend zuversichtlich, in den nächsten Jahren die Einnahmen des Vereins verbessern zu können, "weil wir überzeugenden, sympathischen Offensivfußball spielen."