Paderborn. Spielzeiten, in denen Sebastian Lange im Tor einer Fußball-Mannschaft 15 Partien in Folge bestritten hat, liegen schon eine geraume Zeit zurück. In der Jugend wahrscheinlich. Eine so makellose Bilanz kann der Paderborner aber auch in der aktuellen Saison vorweisen. Im Trikot des Regionalligisten SC Wiedenbrück hat er in allen bisherigen 15 Meisterschaftsspielen zwischen den Pfosten gestanden.
Am Montag ist der Tabellenvierzehnte der Weststaffel der 4. Liga in die Vorbereitung auf die Rückrunde gestartet. Allerdings ohne den Paderborner, der mit einer Grippe passen musste. So hat der 23-Jährige ausreichend Zeit, um einmal in Ruhe zurückzublättern. Im vergangenen Sommer war Lange vom Fußball-Zweitligisten SC Paderborn an Wiedenbrück ausgeliehen worden. Dort sei er von allen mit offenen Armen empfangen worden.
"Wir haben ein tolles Trainerteam und treten als Mannschaft auch geschlossen auf", beschreibt er seine aktuelle sportliche Heimat. Von seinen Teamkameraden wurde er auch gleich zum Kassenwart ernannt. Sebastian ist derjenige, der beim SCW die mannschaftsinternen Strafen einkassiert, die im Verlauf einer Saison durch Gelbe Karte wegen Meckerns oder Verspätungen zusammenkommen. Der Start beim neuen Klub verlief aber keineswegs einfach. Gerade zu Beginn gingen viele Spiele verloren, "haben wir auch viele Gegentore kassiert", erinnert SC-Trainer Thomas Stratos.
"Er gibt eindeutig den Ton an"
Eine Situation, in der auch Torhüter "nicht immer gut aussehen." Der sonst sehr ruhige Lange trete auf dem Platz aber als echter Typ auf. "Er organisiert das von hinten heraus sehr gut und gibt eindeutig den Ton an", bewertet er die Paderborner Ausleihe.
Auch der Spieler selbst ist mit seiner Vorstellung in der Hinrunde zufrieden. Zwar sei in Paderborn "alles viel professioneller" und demnach in Wiedenbrück, "wo uns der Trainer sogar selbst als Feierabend-Fußballer bezeichnet, alles ein wenig kleiner", aber es mache sehr viel Spaß "und ich spiele in einer guten Liga." Gern erinnert er sich an das Hinrundenmatch bei Borussia Dortmund II, das Wiedenbrück mit 3:2 gewann.
Ein echter Paderborner
Sebastian Lange ist natürlich ein waschechter Paderborner Junge. Aktuell 23 Jahre jung stieß der Torhüter schon 2006 zum erweiterten Kader des Fußball-Zweitligisten. Im Aufstiegsjahr 2008/2009 absolvierte er nach einer Verletzung der Nummer eins Kaspar Jensen drei Drittliga-Spiele für die Domstädter. Dabei hielt er beim 2:0-Sieg gegen Jena drei Punkte fest, musste eine Woche später beim 3:3 in Aalen aber auch drei Treffer zulassen. Lange besitzt noch über diese Saison hinaus beim SC Paderborn einen Vertrag bis Juni 2012 und kehrt im Sommer wieder an die Pader zurück.
"Dort habe ich auch recht gut gespielt", sagt er stolz. Auch die sportliche Leitung des SC Paderborn verfolgt Langes Werdegang aufmerksam. "Wir behalten ihn weiter im Auge und die Spielpraxis in Wiedenbrück tut ihm sehr gut", urteilt SCP-Torwart-Trainer Michael Gibhardt, der sich auch in der Rückrunde Spiele des SCW live anschauen will. Gibhardt wörtlich: "Ich freue mich sehr für Sebastian, dass es ihm auf Anhieb gelungen ist, sich als Nummer eins beim Regionalligisten durchzusetzen."
@stefan: masuch lieber zügig verlängern als Lange zurückholen - ein Klassenunterschied.