SC PADERBORN: Heithölters Treffer und ein früher 2:0-Vorsprung reichen nur zum 2:2 gegen den FSV
Paderborn. Schon nach sieben Spielminuten lag Johannes Füller mit seinem Tipp einigermaßen daneben. Just hatte Sören Brandy ein Anspiel von Jens Wemmer zur viel versprechenden 2:0-Führung gegen den FSV Frankfurt verwertet und damit das Blitztor von Philipp Heithölter (2.) zum komfortablen Vorsprung aufgewertet. Das treffsichere Szenario des SC Paderborn roch zu diesem frühen Zeitpunkt tatsächlich nach einer kleinen Sensation. Die 5.835 Zuschauer in der Energieteam-Arena witterten an diesem 27. Zweitliga-Spieltag längst einen Kantersieg gegen die von Hans-Jürgen Boysen betreuten Boys.
Dabei hatte der SCP-Stadionsprecher lediglich einen mageren 1:0-Heimerfolg prophezeit. Exakt 83 Minuten später hielten die Platzherren eine saftige Quittung in den Händen. 2:2 (2:1) der Endstand nach einem sich anschließenden Festival der verpassten Chancen. Sascha Mölders Anschlusstreffer (19.) und der stechende Joker Cidimar Da Silva (90.) hatten dem SCP am Ende doch noch einen dicken Strich durch die Rechnung vom frühzeitig beschlossenen sechsten Saison-Heimsieg gemacht.
Ein mageres Remis, das im Nachhinein nicht vom Führungs-Torschützen "wie eine gefühlte Niederlage" wahrgenommen wurde. Keine Frage, auch Philipp Heithölters unerfüllt gebliebener Traum von einem vielleicht ganz wichtigen Tor wich nach Spielschluss einer schier maßlosen Enttäuschung. Schließlich war sein allererster Treffer im SCP-Dress doch (fast) ein Muster ohne Wert.
Es sei zwar schön, "endlich auch mal wieder ein persönliches Erfolgserlebnis" feiern zu dürfen, gab Heithölter, der am Sonntag von Beginn an auf der linken Außenbahn zum Zuge kam, anschließend zu Protokoll, "aber dieses dumme Ei zum Schluss" habe ihm die Laune dann doch gründlich verhagelt. Um den heißen Brei wollte der 28-Jährige auch gar nicht erst großartig herumreden. "Wir sind am Ende bestraft worden", brachte der Mittelfeldstratege ein wenig ruhmreiches Saison-Kapitel auf den Punkt.
"Wir haben erst den Faden verloren", und dann habe die Mannschaft fünf bis sieben hochkarätige Torchancen ausgelassen, so einfach sei dieses vermeidbare Unentschieden zu erklären. Auch Heithölter, der sich grundsätzlich nicht erinnern konnte, während seiner Fußballer-Karriere jemals schon nach rund 100 Sekunden ins Schwarze getroffen zu haben, will jetzt "in 14 Tagen nach Berlin fahren", um dort die gegen Frankfurt geschaffene Lücke der beiden Verlustpunkte umgehend zu schließen.
Trotz des am Ende bescheidenen Abschneidens dürfte sich Heithölters gestriger Beitrag im Hinterstübchen des Cheftrainers indes nachhaltig als Bewerbungsschreiben verankert haben. Schließlich führt der Mittelfeldstratege, dessen Vertag zum Saisonende ausläuft, zurzeit die entsprechenden Gespräche. Der Spieler zeichne sich durch seine grundsätzliche Verlässlichkeit aus", befand Andre Schubert, "er zeigt jedes Mal, dass er da ist, wenn wir ihn brauchen." Auch Heithölters Know-How beim Abschluss stieß gestern auf einiges Wohlwollen beim Fußball-Lehrer, weil "mit Philipp ein Spieler getroffen hat, der es am einfachsten macht. Keine Faxen, keine Drehung, einfach reingeschossen", lobte Schubert.