Sehnsüchtiger Blick in die 2. Bundesliga
Herzlake. Thomas Bertels ist ein bodenständiger Mensch. Betont bescheiden. Gleichwohl verliert er sein Ziel nicht aus den Augen. Beim Bestreben, sich als Neuzugang des SC Paderborn kurz über lang in der 2. Liga zu etablieren, setzt der Offensivstratege auf die Politik der kleinen Schritte. Mit dieser Philosophie ist er von Anfang an "gut gefahren". Mit 18 Jahren für den TuS Ehringhausen noch in der Kreisliga B am Ball, ist er sechs Jahre später in der zweithöchsten deutschen Spielklasse gelandet.
"Ich setzte mich selbst grundsätzlich nicht unter Druck", sagt der 24-Jährige, der am 5. November 1986 in der Zementstadt Geseke geboren wurde. Peu à peu wagte der Stürmer nach der B-Liga die nächsten Schritte. Über Bad Westernkotten (Verbandsliga) folgten zunächst die Stationen RW Horn und SV Lippstadt 08, um schließlich beim SC Verl zu ankern. Für den Regionalligisten absolvierte Bertels in der abgelaufenen Spielzeit 30 Saison-Einsätze und traf dabei auch ein halbes Dutzend mal ins Schwarze.
Darüber hinaus lieferte er in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde ein weiteres Empfehlungsschreiben ab. Im Vergleich mit 1860 München fabrizierte Bertels nach acht Spielminuten das 1:0 für den SVC, bevor Stefan Aigner den Außenseiter mit einem anschließenden Doppelschlag noch stoppen sollte. Den Pokaltreffer hatte er mit seinem starken linken Fuß erzielt. Auf der linken offensiven Außenbahn, wo er sich gleichzeitig am wohlsten fühlt, sieht er auch seine weitere Zukunft. Einen konkreten Zeitpunkt, bis wann er beim SCP zum Stammspieler gereift sein will, nennt er nicht. Zumal er ja auf seiner Lieblingsposition mit Daniel Brückner einen der besten Außenstürmer der 2. Liga angreifen müsste. Vielmehr steht beim neuen Brötchengeber zunächst der Aspekt weiterer sportlicher Ausbildung im Vordergrund. Denn noch betrachte er sich eigentlich als "Viertligaspieler".
Der Trainer räume ihm jetzt auch "zwei Jahre Zeit ein", freute sich Bertels im einwöchigen Trainingslager in Herzlake, dass er sich dort von den etablierteren Kollegen "eine ganze Menge abgucken" konnte. Obwohl sein linker natürlich der stärkere ist, hat er permanent auch an der Qualität seines rechten Fußes gearbeitet, "den ich inzwischen schon deutlich verbessert habe".
Darüber hinaus ist der Jung-Profi bekennender Schalke-Fan. Seit zwölf Jahren schon ist er gemeinsam "mit einigen Kumpels" aus Geseke im Besitz einer Dauerkarte, die er inzwischen aufgrund seiner eigenen beruflichen Verpflichtungen aber "immer seltener nutzen kann", bedauert Bertels, der nach der Mittleren Reife übrigens eine ordentliche Ausbildung zum Heizungs-Installateur absolvierte.
Für die heißeste Zeit seiner Karriere, die ihm jetzt möglicherweise bevorsteht, ist er also bestens gewappnet.