Paderborn. Beim Kino-Klassiker "Fluch der Karibik" versucht Captain Jack Sparrow aktuell schon zum vierten Mal, den Versuchungen von Alkohol und Frauen zu widerstehen, um endlich den Schatz der Schätze zu finden. Der SC Paderborn benötigte sogar sechs Anläufe, um den "Fluch" Rot-Weiß Oberhausen loszuwerden. Gestern gelang dem Zweitligisten ein 3:0-Testspielsieg bei den Kleeblättern.
Im Februar 2009 hatte der SC Paderborn in einem Freundschaftsspiel beim damaligen Zweitligisten Oberhausen eine 0:2-Niederlage eingesteckt. Was dann in zwei Jahren gemeinsamer Zweitliga-Zugehörigkeit folgte, daran wird beim SCP nun wirklich keiner so gern erinnert. In Oberhausen gab es zwei Watschen, in Paderborn musste die Schubert-Elf im Aufstiegsjahr eine Heimniederlage einstecken. Vergangene Saison erkämpften neun Paderborner gegen RWO immerhin ein 0:0.
Im sechsten Anlauf seit Februar 2009 erreichte der SCP nun unter der Fahne von Trainer Roger Schmidt erfolgreiches Fahrwasser. Die Testspielreihe gegen die Drittligisten Osnabrück (2:1), Bielefeld (0:0) und Oberhausen wurde mit einem 3:0-Sieg abgeschlossen. Und Schmidt zeigte sich mit den 90 Minuten im Niederrhein-Stadion sehr viel zufriedener, als mit dem Gastspiel am Freitag auf der Bielefelder Alm.
Vor allem habe seine Mannschaft bei der Generalprobe für das Zweitliga-Auftaktspiel am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) in Rostock "ein gutes Gefühl dafür entwickelt, wann man torgefährlich werden kann", lobte der Trainer. Der gab aber auch ohne Ausreden ehrlich zu, jetzt genug von Vorbereitung und Testspielen zu haben. "Jetzt ist einfach der Zeitpunkt gekommen, um Punkte spielen zu wollen", freut sich auch der Schubert-Nachfolger auf den nahenden Saisonstart.
Einfach sei die vergangene Woche für seinen Kader nicht gewesen. "Aber die haben sich heute noch einmal so richtig zusammengerissen", erinnerte Schmidt daran, dass das Testspiel in Bielefeld noch keine 48 Stunden zurücklag. Am heutigen Montag folgt das obligatorische Auslaufen. Dann gibt’s einen freien Tag. Und ab Mittwoch ist volle Konzentration aufs Rostock-Spiel angesagt.
In Oberhausen trafen gestern Neuzugang Meha (43./68.) sowie Youngster Kocatepe (79.). Der US-Amerikaner Matthew Taylor wird in der Scorerliste und Aufstellung übrigens vergeblich gesucht. Der Grund dafür ist äußerst erfreulich, denn der Neu-Paderborner ist am Sonntagmorgen um acht Uhr zum ersten Mal Vater geworden. Lilyan heißt die junge Dame, die fortan im Hause Taylor im Mittelpunkt stehen wird.
Gibhardt hat zwei Optionen
Es war ein großes Hallo in Oberhausen, denn dort trafen die SCP-Akteure ihren ehemaligen Torwarttrainer Michael Gibhardt wieder. Besonders mit Lukas Kruse und Nico Burchert tauschte er sich über den aktuellen Stand aus. Vorerst bis Ende August wird das Engagement Gibhardts in Oberhausen befristet sein. Dann entscheidet sich, ob es der finanzielle Rahmen zulässt, den Kasseler weiter zu beschäftigen. "Im Moment sieht es so aus, dass ich ab September wieder in meinen bisherigen Beruf zurückkehre. Sollte Oberhausen zusagen, kann ich mich aber eine weitere Zeit beurlauben lassen", berichtete Gibhardt. Der Kontakt zu RWO entstand über den Ex-KSVer Oliver Adler, der nun Co-Trainer ist.