INTERVIEW: Delbrücks Trainer Uli Kussin über die neue Zweitliga-Saison, personelle Probleme und die Ziele der DJK
Delbrück. Die Volleyballer der DJK Delbrück starten an diesem Sonntag mit dem Gastspiel bei der VSG Ammerland (16 Uhr, Robert-Dannemann-Halle, Westerstede) in ihre vierte Zweitliga-Saison. Es wird vermutlich die schwerste Spielzeit seit dem Aufstieg 2008. Vom ersten Spieltag an dürfte es für das Team von Trainer Uli Kussin allein um den Klassenerhalt gehen. NW-Mitarbeiterin Virna Fernandez-Tamayo sprach mit Uli Kussin über den Kader und die Perspektiven für die neue Saison.
Herr Kussin, warum gab’s bei der DJK Delbrück einen solch großen personellen Umbruch?
ULI KUSSIN: Fredrik Rimrod, Marcel Kirchhoff und Andrej Gerliz konnten den Aufwand für den Zweitliga-Volleyball nicht mehr mit ihrem Beruf vereinbaren. Sie hätten Trainingseinheiten oder sogar Spiele verpasst. Zudem war es Zeit für eine Veränderung. Das Durchschnittsalter des Teams war recht hoch. Wir wollten daher vor allem junge und hungrige Spieler bekommen. Der Umbruch ist noch nicht ganz gelungen, da uns leider noch ein paar Akteure fehlen. Aber insgesamt sind wir auf dem richtigen Weg.
Geblieben sind Tobias Daniels, Arne Steffen, Jens Bennemann, Sebastian Striewe und Johannes Grodde. Welche Rolle werden sie in der neuen Saison inne haben?
KUSSIN: Sie bilden den Kern der Mannschaft. Mit ihrer Erfahrung und ihrer Qualität sollen diese Spieler unsere jungen Neuzugänge führen. Und sie sind es, die am Ende das Spiel entscheiden müssen. Extrem wichtig ist, dass wir ohne große Verletzungen durch die Saison kommen. Denn unsere Personaldecke ist sehr, sehr dünn. Leider hatten wir von drei wichtigen Spieler, die zu uns wechseln sollten, Absagen erhalten.
Allerdings gab es bereits in der Vorbereitung die ersten Verletzungen. Vor zwei Wochen traf es Jens Bennemann. Wird er am Sonntag gegen Ammerland spielen?
KUSSIN: Jens ist am Sonntag mit dabei. Natürlich müssen wir schauen, wie fit er wirklich ist. Aber ich gehe derzeit davon aus, dass er mitspielen wird.
Definitiv fehlen wird Neuzugang Carlos Calderón Capote? Wie lange ist er noch verletzt?
KUSSIN: Das kann dauern. Carlos muss wegen seiner Knieprobleme wohl noch lange pausieren. Ursprünglich hatten wir gehofft, dass er im September oder Oktober wieder mit dem Training starten könnte. Aber mittlerweile würde ich sagen, dass dies erst am Ende des Jahres der Fall sein wird. Carlos wird somit wohl die Hinrunde verpassen. Zudem wird uns Janik Schmalhorst aufgrund einer Fußverletzung rund vier Wochen fehlen.Werden Nachwuchsspieler wie Maximilian Protte somit schon am Sonntag spielen?
KUSSIN: Nein, wir werden sie behutsam ans Team heranführen. Maximilian Protte, David Seck und Janik Schmalhorst dürfen ohnehin erst ab dem fünften Spieltag mitwirken. Erst dann dürfen U18-Spieler variabel eingesetzt werden. Sie werden erst in der Verbandsliga oder Landesliga angemeldet, um später bei uns aushelfen zu können. Das gilt auch für die Jugendlichen, die noch zu uns kommen sollen. Es gibt viele talentierte Spieler im Kreis Paderborn.
Mit David Bednarek haben Sie einen gehörlosen Spieler verpflichtet. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?
KUSSIN: Völlig problemlos. David ist prima ins Team integriert. Natürlich fällt die Kommunikation im Training oder Spiel mitunter ein wenig schwer. Aber David entwickelt sich von Tag zu Tag weiter. Er hat gute Voraussetzungen, aber er muss noch einiges dazu lernen. Ich bin mit ihm sehr zufrieden.
Und wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen von Jan Grobfeldt als Libero?
KUSSIN: Jan spielt als gelernter Außenangreifer erst seit zwei Wochen als Libero. Er ist extrem gut in der Annahme und Abwehr. Jan ist sehr schnell, er hat ein gutes Auge und denkt auch prima mit. Bis jetzt macht er seine Sache sehr gut. Und er möchte auch als Libero spielen.
Der eigentliche Mittelblocker Benjamin Hunke agierte zuletzt als Außenangreifer. Wird dies auch künftig der Fall sein?
KUSSIN: Aufgrund seiner Qualitäten in Annahme und Abwehr ist Benjamin ein besserer Außenspieler. Er muss zwar am Netz noch einiges lernen, aber er wird sicherlich Annahme-Außen spielen und nur im Notfall über die Mitte aushelfen.
Die Saison ist sehr lang, der Kader klein. Wird es daher bei der DJK noch Nachverpflichtungen geben?
KUSSIN: Wir müssen zum einen erst einmal schauen, wie wir in die Saison starten. Aber wir halten weiter die Augen auf. Wir sind immer noch auf der Suche nach Spielern, die uns helfen können und die zur Mannschaft passen. Aber unsere finanziellen Mittel sind bekanntlich begrenzt.
Und wie groß ist Ihre Zuversicht, dass das Klassenziel erreicht wird?
KUSSIN: Ich bin guter Dinge. Wir haben uns gut vorbereitet und werden am Sonntag bei der VSG Ammerland acht Spieler an Bord haben. Ich denke, dass wir das nötige Potenzial besitzen. Wir sind sicherlich in der Lage, ein paar Teams hinter uns zu lassen. Daher glaube ich, dass wir unser Saisonziel Klassenerhalt schaffen können.