Paderborn. Echter Befreiungsschlag in Bochum. Zudem ein mit vier blitzsauberen Toren beladener. Ob Gala, Glanzvorstellung oder Geniestreich, jeder dieser drei Begriffe bringt die am Sonntag präsentierte Vorstellung des SC Paderborn exakt auf den Punkt. Sören Brandy war’s, der im Rewirpower-Stadion kurz vor der Pause den Bann brach und nach den beiden vorausgegangenen Nullnummern gegen Frankfurt und Aachen mit seinem Treffer zur 1:0-Führung gleichzeitig eine längere Durststrecke beendete.
Lauthalse "Brandy-Rufe", schallten noch zwei Minuten nach dessen Auswechselung aus dem bestens besuchten Paderborner Fanblock. Ein dickes und individuelles Dankeschön für den Blondschopf, der just vor Dienstschluss noch den vorentscheidenden Treffer zum 2:0 abgeliefert hatte. Zuletzt per Kopf, zuvor mit einem Schlenzer aus spitzerem Winkel, dessen Güteklasse im Alltag der Zweiten Fußball-Bundesliga sicherlich zu den Ausnahme-Momenten zu zählen ist.
"Ab und zu habe ich einfach so meine gewissen Blackouts", gab ein strahlender Brandy nach dem Schlusspfiff schmunzelnd zu Protokoll, "sowohl positive als auch negative". VfL-Keeper Andreas Luthe habe sein Tor verlassen, "warum auch immer", anschließend habe er die freie lange Ecke erkannt und seinen Versuch einfach mal abgefeuert, freute sich der Angreifer ("Einer von 100 geht auch mal rein") später jedenfalls diebisch über sein gelungenes Kabinett-Stückchen und gleichzeitig über seine ersten beiden Saisontore.
"Hochverdienter Erfolg"
Auch der Offensivstratege bezeichnete den 4:0-Erfolg, "der sogar noch höher hätte ausfallen können", anschließend als "für uns hochverdient. Das klingt hart für Bochum", aber der "klar bessere" SCP habe den Gegner eigentlich stets kontrolliert.
Auch Paderborns Cheftrainer wertete das Resultat der torreichen Dienstreise in den Ruhrpott nach Spielende als "völlig verdient, weil meine Mannschaft im Basisbereich sehr viel investiert hat". Neben Brandy avancierte auch dessen kongenialer Sturmpartner Nick Proschwitz per Nachlege-Doppelpack zum (mit-)entscheidenden Matchwinner.
Es sei schließlich nur eine Frage der Zeit gewesen, wann Proschwitz endlich mal wieder ins Schwarze treffen würde, freute sich Schmidt mit seinem Stoßstürmer über dessen jüngsten Doppelpack. Sechs lange Matches war der mannschaftsdienliche Angreifer zuvor ohne eigenen Torerfolg geblieben, gestern freute er sich über einen nahezu "perfekten Tag" in Bochum. "Endlich haben wir einige unserer vielen Chancen mal genutzt, wir sind jedenfalls alle sehr glücklich über diesen Auswärtsdreier", so Proschwitz.
VfL Bochum - SC Paderborn 0:4
Bochum: Luthe - Kramer, Maltritz, Sinkiewicz, Ostrzolek - Vogt, Dabrowski - Freier (80. Kefkir), Azaouagh (74. Aydin) - Ginczek (63.Federico), Tese
Paderborn: Lukas Kruse - Jens Wemmer, Mohr (89. Strohdiek), Gonther, Bertels - Krösche (88. Palionis), Alushi - Meha, Brückner - Brandy (66. Kara), Proschwitz
Tore: 0:1 Brandy (45.), 0:2 Brandy (64.), 0:3 Proschwitz (78.), 0:4 Proschwitz (79.)
Zuschauer: 10.407
Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf)
Gelbe Karten: Freier (3), Vogt, Sinkiewicz - Brückner (4)