SC PADERBORN: Geduldiger Proschwitz belohnt sich beim 4:1 über Ingolstadt mit seinem vierten Saisontor
Paderborn. Nick Proschwitz ist ein Schelm. Eine Minute vor dem Schlusspfiff tritt am Freitag der finale Vollstrecker auf den Plan und setzt mit seinem vierten Saison-Treffer den Schlusspunkt zum 4:1-Heimerfolg (2:0) über Ingolstadt. Zwischen Jens Wemmers vorbildlichem Anspiel und dem erfolgreichen Abschluss lässt der freistehende Angreifer des SC Paderborn mit seiner Verzögerungstaktik allerdings wertvolle Sekunden verstreichen.
So scheint es zumindest. Just, als sich die Gäste-Abwehr neu zu formieren beginnt, erkennt Proschwitz die Lücke und nutzt eiskalt den entscheidenden Moment. Etwas umständlich, oder? Proschwitz sieht das anders. "Ich wollte doch schon mal ein bisschen tanzen", klärt der 24-Jährige die Szene nach Spielende grinsend auf. Auch vom Cheftrainer erhält er für die bewiesene Geduld später noch ein anerkennendes Fleißkärtchen.
Anders als im vorherigen Heimspiel gegen Aachen, als der Stürmer in der Schlussphase vor dem Alemannen-Tor möglicherweise etwas zu überhastet reagiert habe, "hat er diesmal die nötige Ruhe behalten", lobte Roger Schmidt die Qualitäten seines Goalgetters, der darüber hinaus erneut eine bärenstarke Defensivleistung ablieferte.
"Acht Tore in zwei Spielen werden uns weiteres Selbstvertrauen geben", freute sich der 44-jährige Fußball-Lehrer jedenfalls inständig über die aktuellen Bestwerte seiner Balltreter. "Vorher haben wir diese Effizienz oftmals vermissen lassen, jetzt haben wir viele gefährliche Waffen und eine gute Quote", analysierte Schmidt ein für "uns sauschweres und intensives Zweitligspiel". Bei aller Freude über den ersten Heimsieg musste Paderborns Schlussmann Lukas Kruse am Freitag allerdings einen kleinen Wermutstropfen verkraften.
In der mit 6.951 Besuchern erneut nur mäßig gefüllten Energieteam-Arena lief die 75. Minute, als der Ex-Paderborner David Pisot nach einem Eckstoß von Stefan Leitl zum 3:1 traf. Just in diesem Moment endete für Kruse eine stolze Serie von zuvor 345 Minuten ohne Gegentor. Ein Treffer, der dem Keeper den "großen Spaß" an diesem Sieg nach Spielende aber nicht großartig verderben konnte.
Auch Kruse räumte ein, dass es durchaus als "erstaunlich" zu werten sei, die Leistung vom 4:0-Erfolg in Bochum nur eine knappe Woche später in dieser Form tatsächlich "wiederholt" zu haben.
Eine Tatsache, die Paderborns Cheftrainer nicht zuletzt auch der Effektivität seiner Defensivkräfte Markus Krösche (schloss zuletzt zur 3:0-Führung ab, 61.) und Jens Wemmer (legte die beiden Treffer zum 3:0 und 4:1 auf) zuordnet, "die beide bereit waren, lange Wege zu gehen".
Bis auf "einige unnötige Ballverluste in der zweiten Halbzeit" hatte auch Mittelfeldstratege Enis Alushi aus Paderborner Sicht "ein sehr gutes Spiel" gesehen. Schließlich sei ein solch erneut erfolgreiches Abschneiden nach der Glanzvorstellung in Bochum nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit gewesen, befand er.