SC PADERBORN: Trainer Schmidt bremst Optimisten und bleibt nach 1:0-Erfolg auf dem Teppich
Duisburg. Nick Proschwitz ist nicht nur der Mann für die wichtigen Tore, sondern auch immer häufiger der für die spektakulären. Sein Siegtreffer in Duisburg war so einer dieser Sorte. Für den gegnerischen Torhüter Florian Fromlowitz zwar nicht unhaltbar, "aber Tor ist Tor", merkte der 24-jährige Stürmer im Dress des SC Paderborn nach seinem Treffer in der 78. Minute an. Der war entscheidend, bescherte den Ostwestfalen auch in Duisburg drei Punkte und ließ die Elf von Trainer Roger Schmidt auf Rang fünf der Zweitliga-Tabelle klettern.
Freie Schussbahn habe er gehabt, leitete er die Schilderung der entscheidenden Spielszene rückblickend ein. "Eigentlich war ich ein bisschen weit weg vom Tor, aber ich habe mir gedacht, ich versuch’s einfach mal", erzählte er weiter. Dann habe sich der Ball vom Torhüter noch ein wenig weg gedreht. "Und er geht zum Glück rein", freute sich der Torschütze, der sich aber gleich im nächsten Satz wieder einreiht. Nicht er habe mit seinem Tor das Spiel gewonnen, sondern das gesamte Team. "Wir sind eine Einheit und so treten wir auch auf", stellte der Sommer-Neuzugang klar.
Dass besonders seine jüngsten Treffer außergewöhnlich waren, spielt für ihn nur eine untergeordnete Rolle. "Ist doch egal, ob du aus 30 Metern triffst, oder den Ball einen Meter vor dem Tor über die Linie drückst", macht er da keinen Unterschied.
Das fünfte Saisontor von Nick Proschwitz aber spielt die Ostwestfalen bundesweit immer mehr in den Fokus. Für Trainer Roger Schmidt aber kein Grund, um abzuheben. "Das Urteil der Fachwelt, Paderborn sei Absteiger Nummer eins, hängt bei uns immer noch schön in der Kabine", sagt Schmidt. Damit will er allen anderen keineswegs eine lange Nase zeigen, sondern lediglich darauf hinweisen, "dass noch nichts erreicht ist." Er wolle mit seinem Team weiter möglichst viele Punkte sammeln, "aber von einer sorgenfreien Saison sind wir noch weit entfernt", bremst er alle Optimisten ein.
Auch Innenverteidiger Florian Mohr reagiert auf Fragen bezüglich möglicher neuer Saisonziele gelassen: "Wir können nur schnellstmöglich 40 Punkte sammeln und schauen, was dann passiert. Das ist aktuell aber nur eine Momentaufnahme. Wir werden auch wieder verlieren. Man muss einfach eine Zeit nutzen, in der es gut läuft. Und genau das machen wir auch."