Paderborn. 12.298 Zuschauer in der Energieteam-Arena. Das ist ein neuer Saisonrekord und umso beachtlicher, weil ausgerechnet in einem Freitagspiel so viele Menschen ins Stadion strömten. Ein rekordverdächtiger Abend bahnte sich mit dem guten Besuch also schon vor dem Anpfiff an. Sehr zur Freude, aber auch etwas zur Überraschung, wie Torhüter Lukas Kruse meinte: "Ich hätte es fast schon nicht mehr für möglich gehalten, dass wir mit guten Leistungen mehr Zuschauer ins Stadion bekommen", sagte er nach dem 1:0-Sieg über Eintracht Braunschweig.
Und die Rekorde ließen nicht lange auf sich warten. Strohdieks erstes Zweitliga-Tor, dann später der vierte Sieg in Folge und die stattlichen 21 Punkte, die der SC Paderborn nach einem 11. Spieltag noch nie auf der Habenseite hatte. "Das geht aber bestimmt nicht immer so weiter", weiß auch der Torschütze, der in der 7. Minute genau richtig stand und einen Freistoß von Meha erfolgreich weiter leitete. "Ich habe jetzt aber eben gehört, dass da noch ein anderer drangewesen sein soll, aber das ist mir jetzt auch egal", wollte sich Strohdiek die Freude an seinem Treffer partout nicht nehmen lassen.
An das Gefühlte im Moment seines Treffers konnte er sich später gar nicht mehr so recht erinnern. "Auch meine Familie war im Stadion. Dann ist so was natürlich doppelt schön", nannte er noch einen Grund, auf die 90 Minuten davor und die eigene Leistung ein wenig stolz zu sein. Es sei schon ein tolles Spiel gewesen und alles habe irgendwie gepasst, nannte er die gute Kulisse und die frühe Führung.
Etwas Besonderes aber wollte er aus seinem Tor nicht machen. "Ich habe richtig gestanden und den Ball reingeköpft", sagte er relativ cool, denn eigentlich sei es egal, wer die Tore schieße fügte er an. Dann aber habe er nach dem Führungstreffer sehr schnell wieder seinen Fokus auf seine eigentlichen Abwehraufgaben gerichtet. Und auch dabei verdiente sich der 23-Jährige Bestnoten. Sehr zur Freude auch des Trainers. Roger Schmidt hob die "extrem positive Entwicklung" seines Spielers hervor, der immer näher heranrücke, "und der immer mehr zur festen Größe wird".
Strohdiek selbst hielt den Ball diesbezüglich einfach mal flach. Alle vier Innenverteidiger würden sich super gut verstehen. "Alle machen – wenn sie spielen – das Beste daraus. Und letztendlich hat dann der Trainer zu entscheiden", nannte er die internen Abläufe.
Einer, der sich im Moment überhaupt keinen Kopf um seinen Platz in der Startelf machen muss, ist Torhüter Lukas Kruse. Aber auch der machte nach dem Schlusspfiff einen auf bescheiden. Zu gewinnen sei immer schön, deutete seine Aussage fast auf zu niedrigen Blutdruck als auf 90 Minuten Starkstrom hin. Denn vor allem in der zweiten Halbzeit stand der gebürtige Alfener einige Male im Blickpunkt. "Wobei in einigen Situationen auch ein wenig Glück dabei gewesen sei", erinnerte er an die Freistoßszene in der 57. Minute. Den Schuss von Vrancic habe er nur mit dem Fuß abwehren können. "Wenn dann einer vorher mit dem Kopf drankommt, dann ist so ein Ball auch schnell im Tor", schilderte er seine Sichtweise. Und bei aller Hektik hatte er sogar noch die Ruhe im Spiel zu einem kurzen Plausch mit dem Schiri gefunden. Der habe ihn ermahnt, nicht auf Zeit zu spielen und gesagt, dass er pünktlich abpfeifen wolle. "Dann hat er trotzdem noch zwei Minuten obendrauf gegeben", wunderte sich Kruse. Das war aber letztendlich wurscht, denn die drei Punkte waren im Sack.