In der vergangenen Saison war der Traditionsverein TSV 1860 München lange Zeit finanziell mit Arminia Bielefeld auf Augenhöhe. Wochenlang kursierten Nachrichten über finanzielle Probleme in den Medien, bis dann mal eben der Jordanier Hasan Ismaik auftauchte und mit einer Finanzspritze die Löwen von allen finanziellen Sorgen erlöste.
Mit großer Euphorie und entschuldet starteten die Sechziger in die neue Saison, mussten dann aber gleich zum Auftakt beim starken Aufsteiger Eintracht Braunschweig eine 1:3-Pleite einstecken. Dann aber lief es rund bei der Elf von Trainer Reiner Maurer. Dem ersten Heimsieg über Karlsruhe (2:1) folgte ein schier unglaublicher 5:0-Kantersieg beim FC Energie Cottbus. Als dann im nächsten Heimspiel auch die in der Vorsaison so starken Erzgebirgler aus Aue mit 4:0 abgefertigt wurden, hing der weiß-blaue Himmel wieder voller Geigen.
Es folgte aber eine erste Erdung beim 1:3 in Düsseldorf, auch zwei Wochen später beim FC St. Pauli war für die Löwen nichts zu holen. Diese Auswärtspleiten aber wurden nicht allzu tragisch genommen, weil gleichzeitig Heimsiege über Union Berlin und den FSV Frankfurt gefeiert werden durften. Seitdem aber haben die Münchner Löwen das Siegen eingestellt, denn zu den Auswärtspleiten in Fürth und Rostock gesellte sich auch noch das 2:4 im eigenen Stadion gegen Aufsteiger Dynamo Dresden. "Jetzt herrscht wieder großer Katzenjammer", lautet die Beschreibung der aktuellen Stimmung im Herzen Münchens.
Anders als sonst aber wird in dieser Saison nicht gleich der Trainer in Frage gestellt. Zumindest bisher nicht. Ob die Verantwortlichen auch noch bei ihren Treuerschwüren bleiben, wenn auch gegen die Ostwestfalen das angestrebte Erfolgserlebnis ausbleibt, ist abzuwarten.
Im Vergleich zum Vorjahr, als der SC Paderborn beide Partien mit 1:0 und 3:2 gewann, hat sich im Kader des TSV doch einiges getan. Sechs Akteure haben den Verein verlassen, stattliche 18 sind dazugekommen. Dies sind aber vornehmlich junge Talente aus dem eigenen Nachwuchsbereich. Einzig Colin Benjamin (1. Liga Hamburg) wurde eine Führungsrolle zugesprochen. Bisher aber ist der aus Namibia stammende Fußballer über die Rolle eines Mitläufers nicht hinausgekommen. Gleiches gilt für Malura (Erfurt) und den Ex-Arminen Feick.