München. Der SC Paderborn hat nicht mehr viele Abwehrspieler, die in dieser Saison noch kein Tor erzielt haben. Am Freitagabend ist es noch einer weniger geworden: Florian Mohr. Der Maskenmann erzielte in der 83. Minute der Zweitliga-Begegnung zwischen dem TSV 1860 München und dem SC Paderborn den verdienten 1:1-Endstand. Mit dem Fuß, aber auch mit jeder Menge Köpfchen.
Nach einem Schuss von Matthew Taylor hatte Münchens Torhüter Gabor Kiraly den Ball genau vor die Füße von Mohr abgewehrt – und der Innenverteidiger machte den Ball im Stile eines abgezockten Stürmers rein. "Aus der Viererkette haben fast alle schon getroffen. Da habe ich halt mal nachgezogen", nannte Mohr nach dem Spiel einen weiteren positiven Aspekt seines Treffers. Der bescherte Paderborn die Fortsetzung der Serie ungeschlagener Spiele. Seit acht Partien sind die Domstädter nicht mehr als Verlierer vom Platz gegangen und haben jetzt 22 Zähler auf der Habenseite.
Mohr stand aber nicht nur in der 83. Minute im Mittelpunkt, sondern auch in der 18. Minute, als er bei einem Schuss von Benni Lauth im Weg stand. Die Sechziger und deren Fans reklamierten Handspiel. Der Pfiff des Unparteiischen aber blieb aus.
Unglücklich an die Hand gesprungen
"Hätte Lauth mir direkt an die Hand geschossen, okay, dann kann man nichts sagen, wenn der Schiri pfeift", stellte der Abwehrspieler später klar. Vom Fuß aber sei ihm der Ball unglücklich an die Hand gesprungen. Aber auch bei der Führung der Gastgeber durch Kevin Volland (37.) schaltete sich Mohr in die anschließende Diskussion ein. Dem Münchner war nach einer Flanke von Aigner der Ball vom Oberschenkel ebenfalls an die Hand gesprungen. Mohr gegenüber habe Volland aber ein Handspiel abgestritten. "Ich habe ihm dann noch gesagt, dass es eine sch. . . Sache wäre, wenn die Fernsehbilder etwas anderes zeigen", berichtete der Paderborner.
Letztlich aber waren diese beiden Szenen nach dem Spiel gar nicht mehr so wichtig. Vielmehr freuten sich die SCP-Profis darüber, dass "wir heute nach einem Rückstand den Kopf nicht in den Sand gesteckt und das Spiel in der zweiten Halbzeit klar dominiert haben", sagte Mohr.
Diese gezeigte Reaktion nach einer schwachen ersten Halbzeit und die Fortsetzung der Erfolgsserie sei auch ein Zeichen in Richtung Pokalgegner SpVgg Greuther Fürth. "Die werden uns auf keinen Fall unterschätzen", vermutete Mannschaftskapitän Markus Krösche mit Blick auf die am Dienstag um 20.30 Uhr anstehende Pokalpartie in Franken, um sogleich auf die Euphoriebremse zu treten. Und zwar mit einem Hinweis auf die Leistung im ersten Abschnitt.
Ein Riesenmonat für den Klub
"Wenn wir es nicht schaffen, an unsere Grenzen zu gehen, dann haben wir Probleme. Das hat die erste Halbzeit gezeigt", warnte Krösche und forderte, in Fürth wieder eben jene Grenzen zu erreichen. "Wenn es uns dann noch gelingt, die spielerischen Elemente der Fürther zu unterbinden, dann sind wir nicht chancenlos", urteilte der SCP-Kapitän. "Und sollten wir dort eine Runde weiterkommen, dann ist der Oktober für uns ein Riesenmonat gewesen", fügte Krösche an.
Knockout für den Münchener Bülow
Kai Bülow ist mittlerweile einer der Führungsspieler des TSV 1860 München. Im Sommer 2010 wechselte der Abwehrspieler aus dem hohen Norden von Hansa Rostock in den Süden zum TSV 1860, wo er erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag verlängert hat. An den SC Paderborn wird er sich mit gemischten Gefühlen erinnern, denn im Frühjahr 2006 verlor er beim Gastspiel mit Hansa Rostock nicht nur das Spiel (0:3), sondern auch noch einen Schneidezahn. Nach gut einer Stunde war Bülow bei einem Luftkampf mit seinem Mitspieler Tim Sebastian zusammengeprallt. Der Zahn wurde nach der Partie seinem Mitspieler aus der Wange geholt, denn Tim Sebastian hatte erst noch weitergespielt. Allerdings war die Erstversorgung Bülows in Paderborn gut. Zumindest diese Erinnerungen sind also okay.