Direkt verwandelter 30-Meter-Freistoß legt Grundstein zum 2:0-Erfolg über Rostock
Paderborn. Rasanter Start in die Rückrunde. Auch das Heimspiel gegen Rostock reihte sich nahtlos in den fast schon legendären Erfolgsreigen ein. 18 Saisonspiele sind jetzt über die Bühne, 16 davon hat der hiesige Fußball-Zweitligist nicht verloren. Vor 7.658 Zuschauern blieb auch dem FC Hansa in der Energieteam-Arena angesichts des Paderborner 2:0-Erfolgs (1:0) am Freitagabend nur die Opferrolle.
Im SCP-Lager hat die vermeintliche Immunität gegen Niederlagen offensichtlich längst einen eigendynamischen Prozess ins Rollen gebracht. Nach nur rund zweieinhalb Amtstagen als neuer Rostocker Cheftrainer hatte auch Wolfgang Wolf auf Anhieb kein probates Mittel parat, das die neunte Saisonschlappe des Kellerkindes am Ende hätte verhindern können.
Wenig spektakulär, aber umso effektiver sicherten sich statt dessen die Platzherren die Saisonpunkt 34 bis 36. Mit dieser Respekt heischenden Ausbeute dürfte das Saisonziel Klassenerhalt zum äußerst frühen Zeitpunkt endgültig gesichert sein.
Auch nach diesem Match hatten die Strahlemänner in den Katakomben des Paderborner Stadions erneut Hochkonjunktur.
Inzwischen strotzend vor Selbstvertrauen, freute sich das Kollektiv über den fünften Heimsieg, der sogar noch um ein Törchen hätte hoher ausfallen können. Nach 43 Spielminuten zielte Markus Krösche vom Punkt aus diesmal zu genau und scheiterte mit seinem flach ausgeführten Strafstoß am linken Torpfosten. Damit endete gleichzeitig die bislang makellose Ära eines an sich todsicheren Elfmeter-Schützen. Klar, dass sich der SCP-Kapitän nach dem Schlusspfiff über seinen Fauxpas "ein wenig ärgerte, dass er in dieser Szene "den Ball nicht richtig traf". Nach Alban Mehas traumhaftem Freistoßtreffer (17.) hätte ein erfolgreiches Vollstrecken zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig die wohl vorentscheidende 2:0-Pausenführung pro Paderborn bedeutet.
Das Team sei inzwischen so stabil, dass es anschließend allerdings keinen nachhaltigen psychischen Schaden genommen habe, wollte auch Sören Gonther dem Kapitän anschließend keinen Vorwurf machen. "So was stecken wir einfach weg", so der SCP-Innenverteidiger, der mit Nick Proschwitz anschließend mal wieder den finalen Matchwinner feierte. "Der steht einfach da, wo ein Stürmer stehen muss und opfert sich außerdem für die Mannschaft auf", lobte Gonther den Goalgetter, der am Freitag sein insgesamt elftes Saisontor erzielte. Der entscheidende Treffer gegen Hansa (51.) war gleichzeitig die Co-Produktion eines kongenialen Stürmerduos, denn Sören Brandy hatte seinen Angriffspartner mustergültig in Szene gesetzt.
Für den am Freitag bevorstehenden Jahres-Schlussakkord in Düsseldorf muss sich Chef-Trainer Roger Schmidt jetzt allerdings eine neue Lösung einfallen lassen. Brandy kassierte gegen Rostock die 5. Gelbe Karte und muss jetzt schon eine Woche früher Weihnachtsferien machen.