Paderborn. Hallensprecher Frank Urbisch legte sich fest: Das ist ein historischer Moment. Denn ich weiß nicht, wann der SC Paderborn zuletzt an einem Hallenturnier in Paderborn mit der ersten Mannschaft teilgenommen hat. Und der Zweitligist setzte sich beim 1. Gaucho-NeujahrsCup im Sportzentrum Maspernplatz völlig verdient durch.
30:8 Tore aus sechs Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Vor allem Mehmet Kara und Enis Alushi zeigten sich wieselflink. Bis auf Sergej Schmik trugen sich alle neun anderen Feldspieler in die Torschützenliste ein. Beim 6:3 im Finale gegen Westfalenligist Hövelhofer SV erzielten Kara (3), Daniel Brückner (2) und Christian Strohdiek die Treffer. Jan Welker und Umut Sakir (2) verkürzten.
Coach Roger Schmidt freute sich: Es haben nur die gespielt, die unbedingt wollten. Trotzdem muss man erst einmal seine Leistung abrufen und das haben wir gemacht.
Der HSV hatte sich die Finalteilnahme und damit 2.000 Euro (SCP: 3.000 Euro) in einer Neuauflage des Silvester-Cup-Halbfinals gegen den Delbrücker SC mit 8:7 erkämpft. Vor Jahresfrist umstrittener Verlierer, sorgte dieses Mal der Neunmeter von Umut Sakir für die Entscheidung, weil zuvor Fabian Lübbers scheiterte.
Der SC Paderborn 07 war die einzige Mannschaft, die im Viertel- und Halbfinale keine Probleme hatte und sich durch Tore von Diego Demme (2), Kara, Sören Brandy und Alushi mit 5:1 gegen den FC Gütersloh sowie 7:2 gegen Germania Westerwiehe (Tore: Meha, Strohdiek, Erlbeck, Alushi 2, Brandy, Kara) durchsetzte.
Engin Yildiz und Peter Berhorst (je 2) schossen den Delbrücker SC weiter und damit Gastgeber Suryoye Paderborn beim 4:2 (beide Tore Markus Aslan) im Viertelfinale aus dem Turnier. Dennis Hansmeier schoss das goldene Tor für Hövelhof gegen Bielefelds U23.
Bereits am Samstag durften sich der SV Upsprunge und der TuS Sennelager als die groflen Gewinner fühlen. Während der TuS mit dem SV Marienloh und den Gastgebern gleich zwei Bezirksligisten hinter sich ließ und sich als Gruppenerster den SCP verdiente, spielte der SVU mit Auge.
Im letzten Gruppenspiel gegen den BV Bad Lippspringe (beiden reichte ein Remis) erreichte die von Fuflballobmann Wolfgang Hecker (vertrat Guiseppe Busacca) betreute Elf ein 1:1 und wurde Gruppenzweiter hinter dem BVL. Am Sonntag mussten dann aber beide anerkennen, dass der SCP und Silvester-Cup-Sieger Delbrück eine Nummer zu groß waren. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis, hofft Hecker auf weitere historische Momente und eine Neuauflage im nächsten Jahr.
Gaucho-Cup-Splitter
Traditionell werden bei Hallenturnieren Ehrenpreise vergeben. So auch beim Gaucho-Neujahrs-Cup. Zwei davon räumte der SC Paderborn 07 ab. Torschützenkönig wurden Enis Alushi und Mehmet Kara mit jeweils sechs Treffern. Zudem wurde Kara als bester Spieler ausgezeichnet. Die Wahl zum besten Torwart fiel auf Michael Joswig vom Drittplatzierten Delbrücker SC.
Zufriedene GastgeberWährend sich am Samstag nur einige hundert Zuschauer im Sportzentrum Maspernplatz verliefen, waren es am Sonntag deutlich mehr und insgesamt 2000. Neben der Absage vom FC DETO war dies aber auch der einzige Wehrmutstropfen der zwei Tage. Die Veranstalter von Suryoye Paderborn gaben sich alle Mühe und waren hervorragende Gastgeber. Das sah auch Namensgeber Melki Albayrak vom Steakhouse Gaucho, der selbst im Allstar-Spiel mitspielte, so: Es war ein tolles Erlebnis. Ich danke der Stadt Paderborn, den Zuschauern und vor allem den Organisatoren für das tolle Turnier und hoffe auf eine Wiederauflage im nächsten Jahr.
UnprofessionellNeben RW Ahlen (am Mittwoch aus Sicherheitsgründen ausgeladen) fehlte gestern ein zweiter gesetzter Klub. Der holländische Drittligist FC DETO (in der Nähe von Enschede gelegen) hatte erst morgens überraschend abgesagt. Der ohnehin durch eine Grippewelle dezimierte Kader habe sich durch Verletzungen bei einem Freundschaftsspiel am Samstag weiter verkleinert. Völlig unprofessionell, so Suryoyes sportlicher Leiter Maniyel Nergiz , dessen Schwager bei DETO schließlich das Tor hütet.
Lucky LoserEigentlich am Samstag als Letzter der Gruppe B ausgeschieden, vertrat Turabdin Delmenhorst am Sonntag den FC DETO. Weil einige andere Vereine so kurzfristig keine Mannschaft stellen konnten, stellte sich der Bremer Kreisligist zur Verfügung. Nach dem ersten Hauptrundenspiel (0:0 gegen den BVL) aber merkte man dem Team den nächtlichen Streifzug durch die Paderborner Discoszene an und es setzte zwei Niederlagen.
Schlechte VerliererAls einzige Turniermannschaft ohne Punktgewinn verloren einige Spieler von Tur Abdin Gütersloh in ihrem letzten Spiel gegen Sennelager die Nerven. Wegen einer Tätlichkeit sah Patrick Benjamin die einzige Rote Karte des ansonsten fairen Turniers.