Schmidt-Elf verkraftet beim 3:2 gegen Berlin auch den Ausfall von drei Abwehr-Assen
Paderborn. Wir schreiben das Jahr 2012, aber eigentlich hat sich gegenüber dem Vorjahr fußballerisch beim SC Paderborn nichts geändert. Auch im neuen Jahr gewinnt der Zweitligist seine Punktspiele. Torjäger Nick Proschwitz traf beim 3:2-Sieg gegen den 1. FC Union Berlin ebenso wie Alban Meha, der wieder einen Freistoß ins gegnerische Tor zirkelte. Und auch Daniel Brückner trug sich in die Torschützenliste ein. Alles wie gewohnt? Nicht ganz, denn defensiv hatte der SCP gegen starke Berliner mehr Probleme als sonst. Und so war es am Ende gegen die Elf aus Köpenick "nur" ein knapper 3:2-Erfolg.
Eigentlich auch wieder normal, denn Meisterschaftsspiele gegen Union Berlin haben nicht selten Spielverläufe, an die sich die direkt und indirekt Beteiligten auch noch später erinnern. Das 3:2 für Union in der Saison 2008/2009 nach einer klaren 2:0-Führung der Ostwestfalen beispielsweise. Oder der 5:4-Erfolg der Eisernen im Aufstiegsjahr in der Alten Försterei. Am Freitagabend waren es immerhin stolze fünf Tore. Die Fans freute es, denn die Treffer trugen zweifelsohne zur Erwärmung der 7.549 zumeist frierenden Zuschauer bei.
In der Beurteilung, warum die zweitstärkste Abwehr der ersten 19 Spieltage (nur 15 Gegentore) aber zwei Treffer kassieren musste, waren sich die SCP-Akteure einig. Union habe stark gespielt und viel Dampf gemacht, lobten sie den Gegner für viel Engagement. Selbst aber "sind wir nicht so gut ins Spiel gekommen", gab der verletzte Florian Mohr zu. "Vielleicht auch, weil einige doch nicht ganz fit waren", fügte er an und meinte sich vielleicht auch selbst.
Denn schon nach 26 Minuten war für den Innenverteidiger Sense. Der Bauchmuskel zwickte sowieso, jetzt schmerzt auch noch das Knie. Am Montag soll eine MRT-Untersuchung zeigen, was genau passiert ist.
So ergeht es wohl auch seinem Nebenmann Sören Gonther. Der klagte in der Woche über Probleme am Gesäßmuskel. Das ist jetzt wohl das kleinere Übel, denn Mannschaftsarzt Matthias Porsch vermutete bei Gonther eine Außenbandverletzung am linken Knie. Und dann musste auch noch Markus Krösche vom Feld. Der hintere Oberschenkelmuskel hatte im Verlauf des Spiels zunehmend Probleme bereitet und vorsichtshalber meldete sich der Kapitän zehn Minuten vor dem Ende vom Geschehen ab. In den 90 Minuten hatte es in der Defensivabteilung der Paderborner also einen gehörigen Kahlschlag gegeben.
"Wir mussten einige Verletzungen auf entscheidenden Positionen verkraften", gab auch SCP-Trainer Roger Schmidt später zu bedenken. Deshalb wollte er die drei Punkte gegen die Bundeshauptstädter auch nicht als glücklich einstufen. Denn angesichts dieser Umstände habe seine Elf "viel dafür getan, dieses Spiel zu gewinnen." Trotz seiner Verletzung hatte Kapitän Markus Krösche seinen Humor nicht verloren. Von einem glücklichen Sieg wollte auch er nichts wissen. Dafür hatte er seine ganz eigene Theorie: "Wenn du drei Tore machst und nur zwei kriegst, dann ist das ein verdienter Sieg", stellte er fest und wollte dabei ein fettes Grinsen erst gar nicht verbergen.