Paderborn-Mönkeloh. Bereits in der Kabine herrscht eine aufgeregte Stimmung. Da macht es auch nichts, dass die Jungen und Mädchen der "Kleinen Panther" des ESC Paderborn im TV 1875 Paderborn ein paar mehr Ausrüstungsgegenstände anziehen müssen, als in anderen Sportarten.
Gleich geht es zum Training in die kalte Halle auf das glatte Eis. Dann haben die vier bis 14 Jahre alten Cracks für eineinhalb Stunden nur noch Eishockey im Kopf. Unter den rund 40 Kindern sind auch vier Mädchen. "Bis zum 14. Lebensjahr spielen Jungen und Mädchen zusammen", erklärt Abteilungsleiter Vladimir Tropmann. Im nächsten Jahr möchte der Kapitän der Bezirksliga-Männer eine Schülermannschaft oder eine Bambini-Truppe aufstellen. "Wir möchten Paderborn langfristig als Eishockey-Standort aufbauen", so Tropmanns Zielsetzung.
Trainiert wird in drei verschiedenen Altersgruppen. Es geht darum, gut Schlittschuh zu fahren, mit dem Schläger umzugehen, zu passen und zu lernen, Tore zu schießen. Einige hätten schon gute Fortschritte gemacht, lobt der Abteilungsleiter. Seit dieser Saison schnürt auch der elfjährige Marvin Risse seine Schlittschuhe für den ESC. Sein gleichaltriger Freund Vincenz hatte ihn einst zum Training mitgenommen. "Eishockey macht Spaß, weil man sich so richtig auspowern kann", sagt der Steppke aus Niederntudorf. Zudem könne man den Gegner checken, ohne gleich Ärger zu bekommen, ergänzt Vincenz.
Vladimir Tropmann verweist in diesem Zusammenhang auf die gute Ausrüstung von Eishockeyspielern. "Es ist sicher kein Sport für Weicheier", meint er, "bei den Kindern geht es aber auch nicht ganz so hart zur Sache."
In der Eishalle hinter der Bande steht regelmäßig Evelyne Röleke. Die Kirchborchenerin schaut gerne ihrem elfjährigen Sohn Jannik beim Training zu. "Eishockey ist eine außergewöhnliche Sportart, die nicht jeder betreibt", sagt sie. Ihr Sohn auf dem Eis ist unter anderem vom Tempo im Eishockey fasziniert. "Beim Fußball nur hinter den Ball zu treten, ist mir zu langweilig", sagt der junge Puckjäger. Auch Dominik Prochaska aus Delbrück hatte auf Fußballspielen keine Lust. Er schießt seit rund einem Jahr lieber auf Schlittschuhen Tore. "Eishockey macht ihm Spaß. Fußball war ihm zu langweilig", sagt seine Mutter Manuela.
Vladimir Tropmann kann die Begeisterung der Kinder gut verstehen. "Das Gefühl für Geschwindigkeit ist unvergleichlich, Kombinationen auszuspielen faszinierend", schwärmt der Kapitän. Ab dem 16. Lebensjahr können die "Kleinen Panther" im Senior-Team des ESC im TV 1875 mitspielen.
Neben einigen Fahrten zu Turnieren organisiert der ESC Ende März vor Ort in der Eishalle in Mönkeloh ein Turnier für Kinder mit vier Teams aus dem näheren Umkreis. Denn nur Training ist auch dem Eishockey-Nachwuchs des ESC auf Dauer zu langweilig.