SC PADERBORN: Überflieger der Liga landen beim 1:5 in Fürth auf dem Boden der Tatsachen
Fürth. Nun hat es auch den SC Paderborn einmal wieder erwischt. Nach 16 Spielen ohne eine Niederlage handelte sich der Fußball-Zweitligist gestern mit dem 1:5 (1:3) bei der SpVgg Greuther Fürth eine ordentliche Watschen ein. Nicht nur vom Ergebnis her, sondern auch gefühlt. Und irgendwie waren dort am Fürther Ronhof nicht wenige, die das Gefühl beschlich, dass der SC Paderborn gegen die Spielvereinigung einfach nicht gewinnen kann.
"Das ist deprimierend und fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht", gab ein sichtlich geschockter SCP-Innenverteidiger Christian Strohdiek zu Protokoll. Eine Erklärung für den Blackout der gesamten Elf hatte auch er auf Anhieb nicht parat. "Wir sind alle völlig perplex", meinte Strohdiek und fügte hinzu, dass es sicher Sinn mache, "das wir uns mal zusammensetzen und darüber reden, was hier passiert ist."
Früh hatte der Tabellendritte beim Vierten ein Tor durch Nick Proschwitz (14. Saisontreffer) erzielt, dann aber mit vielen Fehlern und "ohne jegliche Stabilität" (O-Ton SCP-Trainer Roger Schmidt) Fürth das Geschehen überlassen. Wobei besonders der Trainer ein wenig relativierte, "weil es ganz wichtig ist, dass wir uns mal wieder selbst erden", sagte er. Natürlich ärgerte ihn die Niederlage samt nicht ausreichender Leistung, aber er verwies auch auf die Qualität des Gegners. "Wir haben hier bei einer Mannschaft verloren, die wahrscheinlich aufsteigen wird und die im Pokal zwei Erstligisten rausgeworfen hat", erinnerte er. Dort zu verlieren, sei nicht außergewöhnlich. "Außergewöhnlich war, dass wir seit dem 0:1 im August gegen Fürth nicht mehr verloren haben", sagte Schmidt. Aber wenn seine Elf nicht in die Leistungsbereiche vorstoße, in denen sie sich in den letzten Wochen aufgehalten habe, werde es enorm schwierig, Spiele zu gewinnen.
Aber auch Christian Strohdiek zeigte schon nach wenigen Minuten des Aufarbeitens wieder Kämpferherz. "Wir werden trotz dieser Niederlage weitermachen. Zuvor haben wir das letzte Spiel in der Hinrunde gegen Fürth verloren. Und jetzt wieder. Ich glaube keiner hat etwas dagegen, wenn wir jetzt wieder eine Serie starten", forderte er fürs kommende Heimspiel am Freitag gegen Dynamo Dresden eine Reaktion ein.
Regelrecht konsterniert wirkte SCP-Torhüter Lukas Kruse, der mit einigen guten Paraden noch Schlimmeres verhindert hatte. Die Gegentreffer von Asamoah (2), Occean, Mavraj und Mohr (Eigentor) ärgerten ihn ungemein. Schon nach dem schnellen Ausgleich aber habe er das Gefühl gehabt, dass "für uns hier heute nicht viel drin ist." Damit sollte Kruse richtig liegen.
Paderborns Angreifer Sören Brandy war bemüht, schnell den Blick nach vorne zu richten. So eine Niederlage könne immer mal passieren. "Die zwei schnellen Gegentore nach unserer Führung haben uns das Genick gebrochen", sah er Parallelen zur 0:4-Pleite im Pokal. Die Anzahl der Gegentore sei zwar ärgerlich, spiele dann aber keine Rolle mehr, "denn es ging auch nur um drei Punkte."