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26.11.2012
Wie im letzten Jahrhundert
BASKETBALL: Düsseldorf verlegt sich auf altbewährte Taktiken und gewinnt in Paderborn mit 87:78
VON JOCHEM SCHULZE

Der Dominator | FOTOS: MARC KÖPPELMANN

Paderborn. Das Basketballspiel ist im Jahr 1891 erfunden worden. Seitdem hat sich der Sport kontinuierlich weiter entwickelt. Dennoch gelten weiterhin einige alte Lehrsätze. "Zum Gewinnen braucht man nur zwei gute Leute. Einen Aufbauspieler und einen Center", ist solch eine Weisheit. Die nahm sich Murat Didin am Samstagabend zu Herzen. Der Trainer der Düsseldorf Baskets gewann mit der altbewährten Taktik die Zweitligapartie bei den Finke Baskets Paderborn mit 87:78 (41:32).

Allerdings schickte Didin in der Start-Fünf des Tabellenführers neben dem Playmaker Gary Johnson (20 Punkte, 7 Assists) mit Patrick Flomo (29 Punkte, 9/11 Feldwürfe) und Kendall Chones (15 Punkte, 7/9 Feldwürfe) gleich zwei echte Brettspieler aufs Feld. Dieses Trio stellte die Paderborner Defensive vor unlösbare Probleme. Johnson gewann das Duell auf der Position 1 gegen Guy Aud und Scott Dennis um Längen. Das Center-Duo traf unter dem Brett zunächst auf keinerlei Widerstand. Als die in den ersten beiden Vierteln viel zu braven Baskets nach der Pause endlich foulten, versenkte Flomo elf von 14 Freiwürfen.


"Düsseldorf hat die beste Inside-Outside-Balance der Liga. Wir hatten keine realistische Chance", gab Thomas Glasauer nach Spielschluss zu. Paderborns Trainer bedauerte, dass viele freie Würfe ihr Ziel nicht gefunden hätten. "Wir hatten nie das Momentum", sah Glasauer ein weiteres Manko.

Tatsächlich gerieten die Hausherren nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (9:9, 5.) schnell in Rückstand. Nur einmal schien eine Wende möglich. Im Schlussviertel traf Dennis einen Dreier zum 76:79. Düsseldorf vergab den nächsten Angriff und wackelte plötzlich. Dann aber leistete sich der völlig indisponierte Jason Adams, der dennoch länger als jeder andere Paderborner spielte, einen Ballverlust. Die Landeshauptstädter trafen zum 81:76 und brachten die Partie nach Hause.

Bei den Hausherren erreichte allein der unermüdliche Mitch Jost wirklich gute Form. Michael Fleischmann spielte ansprechend. Dorian McDaniel warb nach seiner (späten) Einwechslung mit guter kämpferischer Leistung in eigener Sache. Jason Jamerson kam bei seinem Comebackversuch zweimal aufs Parkett, wirkte aber wie ein Fremdkörper. In den 4 Minuten und 57 Sekunden mit Jamerson kassierten die Paderborner satte 16 Punkte und machten selbst nur fünf Zähler. "Ich hoffe, dass Jason uns spätestens nach Weihnachten wirklich weiterhelfen kann", äußerte Glasauer in der Pressekonferenz einen frommen Wunsch.

Didin freute sich, dass seine Mannschaft die sonst so offensivstarken Gastgeber auf 78 Punkte gehalten habe. "Es ist nie einfach, in Paderborn zu gewinnen", sagte der Türke, dessen Team über weite Strecken eine als antiquiert verschriene, aber gut funktionierende Zonenverteidigung praktiziert hatte.

Am nächsten Sonntag spielen die Paderborner beim USC Heidelberg. Der Klub hat Tradition und war neunmal Deutscher Meister. Möglicherweise kann sich auch dort jemand an alte Taktiken erinnern.



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