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28.11.2012
Kopflos im Löwenkäfig
SC PADERBORN: Bei der 0:1-Pleite in München fehlen die zündenden Ideen
VON WERNER SCHULTE

Fußball-Ballett | FOTO: DAPD

Paderborn. Katzenjammer in der Allianz-Arena und etwas verzweifelte Versuche, die 0:1-Niederlage beim TSV 1860 München zu erklären. Ratloses Kopfschütteln herrschte gestern Abend nach dem Schlusspfiff in den Reihen des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn. Auch SCP-Kicker Jens Wissing, der erst nach 63 Spielminuten für Thomas Bertels hatte eingreifen dürfen, fielen plausible Antworten auf das abrupte Ende der Serie von zuvor acht nicht verlorenen Zweitliga-Spielen sichtlich schwer.

An mangelndem Selbstvertrauen könne es nicht gelegen haben. "Immerhin sind wir ja mit vier Auswärtssiegen im Gepäck angereist", so Wissing. Außerdem habe man im Vorfeld um das Münchener Trainer-Theater gewusst. "Und das wollten wir natürlich auch ausnutzten", fügte Wissing an. Das Vorhaben misslang: 1860-Interimstrainer Alexander Schmidt fuhr vielmehr nach dem 2:2-Remis bei Union Berlin gestern einen Heimdreier ein und präsentierte damit weitere Argumente für eine langfristige Beschäftigung.

Allerdings saß mit Sven-Göran Eriksson auch in der Partie gegen Paderborn der vermeintliche Wunschkandidat des jordanischen TSV-Investors Hasan Ismaik auf der Tribüne. Der ehemalige englische Nationalcoach dementierte jedoch seine Ambitionen auf den Trainerposten bei den Löwen. "Die brauchen keinen neuen Coach, die spielen guten Fußball", sagte Eriksson gestern dem Pay-TV-Sender Sky. Er sei lediglich ein guter Freund und Berater von Hasan Ismaik. Wer’s glaubt . . .

Der SC Paderborn konnte jedenfalls das Possenspiel um Eriksson nicht ausnutzen. Die Gäste agierten vielmehr viel zu passiv und kopflos in der Offensive. Immerhin hatte am Ende zumindest ein SCP-Spieler ein wenig Grund zur Freude: Nach 70 Spielminuten feierte Sommer-Neuzugang David Poljanec sein lang ersehntes Debüt in der Profi-Elf seines neuen Brötchengebers. "Das wurde wirklich mal Zeit", erklärte der Angreifer nach Spielende. Der Zeitpunkt für die Premiere war allerdings recht ungünstig. "Aber egal", so Poljanec, "wenn du die Chance erhältst, dann musst du alles geben". Paderborner Torchancen im Löwenkäfig waren jedoch absolute Mangelware.



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