Oerlinghausen. Die Volleyball-Verbandsligisten vom TSV Oerlinghausen waren vor dem Endspiel des Bezirkspokales gewarnt. Die Landesligisten von der SG Schwaney/Altenbeken hatten mit der dritten und zweiten Mannschaft des Telekom Post SV Bielefeld bereits zwei namhafte und höherklassige Teams aus dem Wettbewerb gekegelt. Und es war nicht davon auszugehen, dass die Spielgemeinschaft nun ausgerechnet im Finale damit beginnen würde, Geschenke zu verteilen.
Doch genau so schien es zunächst, gleichwohl Schwaney/Altenbeken als Ausrichter des Finales mächtig die Werbetrommel gerührt hatte. Mehr als 200 Zuschauer drängelten sich in der Schulsporthalle am Gardeweg, um den Underdog zum Sieg zu verhelfen. "Hier hat es sich vorteilhaft bemerkbar gemacht, dass wir es gewohnt sind, vor vielen Zuschauern zu spielen", sagt TSV-Trainer Arthur Rempel, dessen Team sich ganz im Gegensatz zur SG vom Radau überhaupt nicht beeindrucken ließ. Denn obwohl die Gäste seit dem letzten Saisonspiel kein Training mehr hatten und die Gastgeber aufgrund der Relegationsspiele noch voll im Saft standen, agierte Schwaney/Altenbeken überaus nervös. Souverän holten sich die Lipper den ersten Satz mit 25:20, auch der zweite Durchgang ging mit 25:23 an den TSV. "Der Gegner hat unseren Diagonalspieler Eugen Loboda nicht in den Griff bekommen, der immer wieder spektakuläre Punkte gegen den Dreierblock holte", sagt Rempel.
Dann aber ließen die Bergstädter das Spiel schleifen und die SG kam mächtig auf. Mit 14:25 und 11:25 glichen die Gastgeber aus, das Publikum tobte. "Im entscheidenden fünften Satz ist es uns dann aber gelungen, die letzten Reserven zu mobilisieren", sagt der Coach. Doch nach dem scheinbar vorentscheidenden 13:7 zogen die Hausherren noch einmal an, wehrten mehrere Matchbälle ab und glichen zum 14:14 aus. Erneut witterten die Zuschauer die Pokal-Sensation. Doch der TSV behielt die Nerven und machte mit 16:14 den Sack zu. Die Oerlinghauser schaffen damit als Bezirkspokalsieger erstmals den Sprung in den WVV-Pokal. Die SG Schwaney/Altenbeken könnte die Rempel-Truppe jedoch schon in der kommenden Saison wiedersehen, wenn der SG in der Relegation noch der Aufstieg glückt.