Oerlinghausen. Hochklassige Spiele haben nicht unbedingt tatsächlich etwas mit Höhe zu tun. Beim anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Volleyball-Abteilung des TSV Oerlinghausen ausgerichteten Freundschaftsturnieres dreier Bundesliga-Teams konnte man die Qualität schon in Zentimeter fassen.
Sind es die Zuschauer des Verbandsliga-Teams des TSV schon gewohnt, dass ihre Spieler sprunggewaltig blocken und schmettern, ließen die Bundesliga-Cracks von Envivo Düren, den ABC Titans Bergisches Land und der DJK Delbrück das Netzt beinahe schon wie einen höheren Jägerzaun wirken. "Das ist schon eine ganz andere Athletik, die dahinter steckt", sagt der Volleyball-Abteilungsleiter des TSV, Arthur Rempel, begeistert. Nicht ganz so euphorisch war er jedoch, als er die spärlich besetzte Tribüne betrachtete. Statt der erhofften vollen Halle verirrten sich lediglich rund 200 Zuschauer zur Großveranstaltung. "Wir konkurrieren mit einem kompletten Fußball-Spieltag und Konfirmationen", sagt Rempel. "Da hätten wir vielleicht besser auf den Termin achten sollen." Auch das "975+40"-Turnier der Hobby-Teams musste etwas modifiziert werden, da nicht genügend Mannschaften am geplanten Volleyball-Marathon teilnehmen wollten. "Da waren wir mit der Idee vielleicht doch etwas zu verrückt", räumt Rempel ein. "Ein Halbfinale um 5.30 Uhr morgens ist wohl nicht jedermanns Sache." Trotz der etwas schwachen Resonanz sind die Bergstädter mit dem Erreichten zufrieden. Die Stimmung auf der Tribüne und auf dem Vorplatz der Halle war gut, die Spiele der Top-Teams begeisterten ausnahmslos. Auch die Organisation des runden Geburtstages verlief blendend. "Es ist wirklich toll, was Kirsten Hoffmann und Silke und Stefan Welzel geleistet haben", sagt Rempel anerkennend. "Sie haben allein für die Tombola 500 Preise organisiert." Einen davon räumte der kleine Malte Mester ab. In einer Spielpause erhielt er einen brandneuen Volleyball überreicht. "Und jetzt schön damit trainieren, dann spielst Du auch irgendwan in der zweiten Liga", sagte TSV-Spieler Carsten Kleine-Beek bei der Preisübergabe. "Natürlich in Oerlinghausen", fügte Rempel mit einem Augenzwinkern hinzu.
In dem Scherz des Abteilungsleiters ist durchaus ein Funke Wahrheit enthalten. Denn für den Abteilungsleiter ist mit der Verbandsliga noch lange nicht das Ende der Fahnenstange für die Volleyballer im TSV erreicht. "Ein Team in der Oberliga wäre in Oerlinghausen absolut möglich", sagt Rempel überzeugt. Es müsse dafür jedoch noch eine Menge getan und vor allem Sponsoren gefunden werden. Auch könnte er sich vorstellen, dass es in näherer Zukunft wieder ein Volleyball-Event vergleichbarer Größenordnung geben könnte – vielleicht sogar in Kooperation mit benachbarten Vereinen. "Wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir hier richtig was auf die Beine stellen."