Schloß Holte-Stukenbrock. Aller Anfang ist schwer. Diese Erfahrung muss auch der FC Hövelriege in der Fußball-Kreisliga A Paderborn machen. Nach dem Aufstieg ins Kreisoberhaus krebst die Mannschaft von Jimmy Crawford im Tabellenkeller herum. Den Abstieg vor Augen wollen die Hövelrieger nun alle Kräfte bündeln, um nicht gleich wieder den bitteren Gang in die B-Liga antreten zu müssen.
Jimmy Crawford ist nicht zu beneiden. Denn wenn der Hövelrieger Trainer eines nicht hat, dann ist es eine große Auswahl. Der A-Liga-Kader des Aufsteigers besteht aus lediglich 13 Feldspielern und zwei Torhütern. Und genau in diesem Punkt sieht Crawford das größte Problem. "Der Kader ist viel zu klein, um in der A-Liga vernünftig bestehen zu können", erklärt der Coach. Der Engländer hat gar keine Chance, personelle Veränderungen vorzunehmen. Und muss es doch immer tun. Denn die Hövelrieger haben in der Hinrunde nicht einmal mit der gleichen Aufstellung begonnen. Das lag vor allem an der Verletzungsmisere, die sich wie ein roter Faden durch die Hinrunde gezogen hat.
Mit den immer wechselnden Aufstellungen war es kaum möglich, eine spielerische Linie zu finden. Trotzdem hielten die tapferen Aufsteiger – ausgenommen beim 0:6 beim Spitzenreiter FC Dahl/Dörenhagen – stets gut mit. "Die Qualität ist auf jeden Fall da", sagt Fußball-Obmann Dieter Ernesti. Wenn die Mannschaft verlor, dann immer knapp. Aber sie ließ auch einige Punkte liegen. So führten die Hövelrieger gegen Egge/Schwaney bereits mit 2:0, spielten sogar in Überzahl und verloren am Ende doch mit 2:3. Beim direkten Abstiegskonkurrenten in Altenbeken führt der FC ebenfalls mit 2:0 und 3:1. Nach dem Schlusspfiff muss sich das Crawford-Team mit einem 4:4 begnügen. Bittere Punktverluste, die am Ende richtig weh tun können. Trotzdem ist Dieter Ernesti im Großen und Ganzen mit der Hinrunde zufrieden. "Jimmy hat aus den begrenzten Möglichkeiten, das Optimale herausgeholt. Wir haben immer noch den Anschluss ans Tabellenmittelfeld und können den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen", so Ernesti.
Der Hövelrieger Fußball-Obmann sowie auch Crawford loben vor allem die Einstellung der Jungs. "Die Trainingsbeteiligung ist hervorragend und die Mannschaft ist ehrgeizig und malocht hart, um den Abstieg zu vermeiden", erklärt Ernesti.
Trotzdem ist auch in der Rückrunde nicht mit Kontinuität nicht zu rechnen. Fünf Spieler haben den FC Hövelriege in der Winterpause verlassen. Senol Aktas hat nach einer Schulterverletzung seine aktive Karriere beendet. Ramazan Özdemir fällt nach einer Knie-OP bis zum Saisonende aus, Kevin Kräkel zieht es beruflich nach Lübeck, Jerome Willocks zurück in seine Heimat England und Tom Hopkins leistet Dienst in Afghanistan. Dazu hat Ersatztorwart Qintin Piechuch seine Karriere beendet. Dafür kehrt aber Jörg Ziegenhahn nach einem halbjährigen Gastspiel beim SV Büren 21 nach Hövelriege zurück. Der Stürmer war mit 22 Toren in der vergangenen Saison maßgeblich an der B-Liga-Meisterschaft beteiligt. Dazu schließt sich Mohammed Lala (Eintracht Paderborn) dem FC an, Manuel Schlichting kehrt nach einer Knöchelverletzung zurück und Michael Havers wurde aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. Jetzt heißt es: Alle Kräfte bündeln für den Klassenerhalt.