REITEN: Unerwarteter Erfolg bei den Deutschen Meisterschaften in Balve mit dem achtjährigen Credo
Warburg. Anna-Maria Jakobs ist Deutsche Vizemeisterin der Springreiterinnen. Drei schwere Umläufe haben die Springreiterinnen hinter sich gebracht. Nur ein Paar hat souverän alle drei Runden fehlerfrei gemeistert: Rebecca Golasch aus Versmold und Lassen Peak. Kleine Zeitfehler erlaubte sich die für den RV Warburger Land startende Anna-Maria Jakobs auf Credo.
"Das ist zwar ärgerlich, wenn man so nah dran ist am totalen Erfolg, aber mein Pferd ist erst achtjährig und ist ohne Springfehler durchgegangen. Ich habe ihn eigentlich nur als Zweitpferd mitgenommen", meinte die Diplom-Betriebswirtin, die eigentlich mehr auf den erfahrenen Georgenhof’s Lausejungen gesetzt hatte. Im schweren Springen am Samstag patzte Lausejunge einmal am Wassergraben und einmal in der dreifachen Kombination, aber die zwei Abwürfe waren schnell verziehen. "Wir haben zusammen so viel erreicht, da ist so etwas nicht schlimm", meinte die 26-Jährige, die sich umso mehr über den Erfolg mit Credo freute.
Credo war einfach so cool, so souverän
"Credo war einfach so cool, so souverän, auch schon auf dem Abreiteplatz", meinte die Diemelstädterin. "Das hat mir dann im Springen die absolute Sicherheit gegeben. Und bei den Hindernissen war immer so viel Luft noch zwischen den Stangen, da hat nichts geklappert, das war einfach perfekt", freute sich Jakobs. Die Zeitfehler nahm sie denn auch gelassen hin. "Ich war schon damals mit Georgenhof’s Lausejunge Vizemeisterin, vielleicht ist dieser Erfolg mit dem noch jungen Credo auch so ein Zeichen für eine tolle Entwicklung", so Jakobs.
Bei der Drittplatzierten Eva Bitter, Siegerin der ersten Wertungsprüfung, auf Argelith Niels schlug am Ende ein Springfehler im ersten Umlauf der S***-Prüfung zu Buche. "Ich war bei dieser starken Konkurrenz überrascht, dass ich als Einzige komplett null gegangen bin", freute sich hingegen die frisch gebackene Deutsche Meisterin Rebecca Golasch aus Versmold. Die 31-Jährige holte sich zum ersten Mal den Titel und bezeichnete den Gewinn der Frauen-DM als ihren größten Erfolg.
In der ersten Wertungsprüfung der Springreiterinnen, dem Preis des Gestüts Tannenhof, siegte noch die dreimalige Deutsche Meisterin Eva Bitter (Münster) auf Argelith Niels. Bevor die 35-Jährige eine um mehr als drei Sekunden schnellere Runde als die Zweitplatzierte Janne Meyer (Schenefeld) mit Corofino hinlegte, sattelte Bitter den zehnjährigen Satisfaction. Ein Springfehler und das Überschreiten des Zeitlimits warfen sie aus dem Rennen. Für jede angefangene Sekunde über der vorgeschriebenen Zeit gibt es einen Viertel Zeitfehler.
Die in Diemelstadt lebende Anna-Maria Jakobs hatte im Turnier ebenfalls zwei Eisen im Feuer. Auf dem siebten Platz landete sie im ersten Springen mit dem Holsteinerhengst Credo nach einem fehlerfreien Ritt in 78,95 Sekunden, mit Georgenhof’s Lausejunge reichte es nach einem Zeitfehler in 81,22 Sekunden zu Platz elf. Deutlich schneller mit 72,53 Sekunden im Parcours war Eva Bitter mit Argelith Niels.
Im Drei-Sterne-S-Springen am Samstag hatte Anna-Maria Jakobs mit Georgenhof’s Lausejungen zwei Abwürfe zu verzeichnen. Credo zeigte indes vor großartiges Kulisse sein Potenzial. Fehlerfrei bewältigte Anna Maria Jakobs mit dem achtjährigen Credo den Parcours, nur ein halber Zeitfehler in jedem Umlauf schlugen dabei zu Buche. Rebecca Golasch auf Lassen Peak blieb auch fehlerfrei, wobei die Versmolderin in 63,71 sec. die schnellste Zeit vorlegte.
Dass sie in der Gesamtabrechnung Platz zwei ohne Springfehler erreichte, wertete Anna-Maria Jakobs als großartigen Erfolg. "Wenn mir das vorher einer gesagt hätte, dass ich das mit Credo schaffe, hätte ich das einfach nicht geglaubt", so die sympathische Reitsportlerin.