REITEN: Sebastian Bolse vom Pony- über die Junioren- zur Meisterschaft der Jungen Reiter
Großeneder. Mit seinem Top-Pferd Graf Perron wird Sebastian Bolse vom 14. bis 16. August bei den Deutschen Meisterschaften der Jungen Reiter in München starten. Er hat sich, zusammen mit fünf weiteren Reitern aus dem D-Kader des Bundeslandes Hessen, für die Springprüfung in der bayrischen Landeshauptstadt qualifiziert: "Für Graf Perron und mich ist es bisher in dieser Saison super gelaufen ", freut sich der gerade 21-Jährige, dem Ausnahmewallach im Stall den Hals klopfend, über die insgesamt zehn S-Platzierungen in diesem Jahr.
Über die Qualifikation entscheidet nicht allein die Anzahl der mit dem Championatspferd errungenen Platzierungen: Die Beständigkeit in der Jahresleistung wird hier ebenfalls stark gewichtet. Dem aktuell bevorstehenden dritten Start bei einer Deutschen Meisterschaft (2003, 2006, 2009) gingen insgesamt vier Nominierungen voraus: "2008 war jedoch das Feld der Bewerber, welche die einmalige Chance auf die Prüfung hatten, sehr groß", erklärt Sebastian Bolse, warum er im vergangenen Jahr von sich aus zurückgezogen hatte.
Eine besondere Bedeutung haben die letzten beiden Turniersiege für den Studenten der Betriebswirtschaft. Jeweils der erste Platz waren für das Duo Ende Juni im internationalen Jugendturnier in Neubeeren bei Berlin und am ersten Juliwochenende beim RV Nethegau, Brakel bei der Springprüfung der Klasse S (schwer) drin: "Gerade bei mir war in diesen Springen schon deutlich mehr Routine und damit Sicherheit da. Gesprungen ist aber Graf Perron", schmunzelnd umschreibt der junge Reiter, wessen Leistung für ihn im Vordergrund steht.
Den deutschen Meisterschaften sieht er mit einer leichten Skepsis entgegen: "Sicher ist der Start dort ein Highlight für mich", gibt Sebastian Bolse zu: "Es wird aber richtig schwer: Ein Großteil der Starter ist einfach finanziell und auch sportlich, durch die Zusammenarbeit mit Profiställen, absolut im Vorteil." Denn das Kapital des Springreiters ist sein Pferd, in sportlicher Hinsicht, und zumeist auch finanziell gesehen.
Verunsichernd stehen auch für Sebastian Bolse immer wieder die aktuell diskutierten Dopingvorwürfe im Raum des Turniersports: "Einerseits hat man als fairer Sportler schon das Gefühl übervorteilt zu werden", legt der Spross der Reiterfamilie Bolse unterschiedliche Perspektiven dar: "Die Zusammenhänge von behandelter Verletzung und entsprechender Wartezeit bis zum nächsten Start sind auch nicht immer wirklich einsichtig."