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13.02.2010
"Das macht Amateurfußball aus"
INTERVIEW: Dennis Hustadt, Spielertrainer des Bezirksligisten VfB Beverungen

Das etwas andere Training

Beverungen. Der VfB Beverungen ist überraschend Herbstmeister der Fußball-Bezirksliga geworden. Mit schönem Offensivfußball lockte die Hustadt-Elf wieder die Zuschauer in das Beverstadion. Eine Woche vor dem offiziellen Rückrundenauftakt unterhielt sich NW-Mitarbeiter Torsten Wegener mit Trainer Dennis Hustadt, ob der VfB ein ernsthafter Titelanwärter ist.

Herr Hustadt, haben Sie ihre Mannschaft schon darauf eingestellt, dass der VfB nun der Gejagte ist.
DENNIS HUSTADT: Nein. Ich habe das bisher nicht thematisiert und werden dies auch nicht explizit machen. Es kann gut sein, dass einige Mannschaften gegen den Tabellenführer extra motiviert sind. Ich denke aber, dass es für meine Spieler kein Problem ist.

Möchte der VfB den überhaupt der Gejagte sein"?
HUSTADT: Natürlich wollen wir den Platz an der Spitze so lange wie möglich verteidigen. Wir verspüren aber keinerlei Druck.

Einige Vereine aus dem Verfolgerfeld sprechen offen das Ziel Meisterschaft aus. Wie sieht es mit dem VfB aus?
HUSTADT: Das Ziel haben wir nicht. Weder die Mannschaft noch der Verein.
Aber innerhalb der Mannschaft wird die Tabellensituation doch sicherlich thematisiert?
HUSTADT: Wirklich nur am Rande. Klar ist, dass die Tabellenführung sich natürlich auf das Gemüt, auf das Selbstvertrauen auswirkt. Aber selbst jetzt in der Vorbereitung sprechen wir nur sehr selten darüber.

Die Mannschaft hat die Wintervorbereitung in der Alpen begonnen. Sie waren fünf Tage im österreichischen Wildschönau. Kommt es dann nicht zwangsläufig zu solchen Themen?
HUSTADT: Fußball war dort nur selten ein Thema. Zum Glück. Mir ging es darum, dass sich die Mannschaft noch einmal auf einem anderen Weg kennenlernt. Wir wollten Spass und gute Erlebnisse haben, an die wir uns gerne zurückerinnern. Erfahrungen, die ein Team verbindet und zusammenschweißt. Erfahrungen, auf die wir in zehn Jahren gerne zurückblicken. Das ist mir wichtig. Das macht Amateurfußball unter anderem aus.

Wurde denn dort auch trainiert?
HUSTADT: Wir haben dort nicht im physischen Bereich auf die Saison hingearbeitet. Klar sind wir Ski gefahren. Sind einen Berg hoch gewandert. Sehr interessant war der Hochseilklettergarten, der maximal 21 Meter hoch war. Das war aber eine sehr interessante Erfahrung für uns als Mannschaft. So viel haben wir während einer gemeinsamen Aufgabe noch nie miteinander gesprochen. Das war gut.Auch auf dem Platz muss viel gesprochen werden. Bisher noch ein Manko im Team?
HUSTADT: Man kann leider keinem Spieler so etwas aufdrängen. Das liegt an der Mentalität. Auch einigen Leitfiguren liegt das sprechen nicht. Aber grundsätzlich wird natürlich zu wenig gesprochen, zu wenig Hilfestellung im Spiel gegeben.

Trotzdem lief die Hinrunde ja sensationell gut. Welches waren die Schlüsselerlebnisse?
HUSTADT: Die Heimsiege gegen Erkeln und Barntrup waren schon überragend. Auch das Spiel gegen Detmold. Das waren unsere besten Spiele. Die wichtigste Partie war aber in Höxter. Da hat die Mannschaft gesehen, dass sie trotz einer schlechten Leistung auf einmal Spiele gewinnt, obwohl der Gegner klar überlegen ist. Das hat dem Team nochmal einen richtigen Ruck nach vorne gegeben.

Auch wenn ihr euch nicht konkret mit der Meisterschaft auseinander setzt, so seid ihr trotzdem ein Anwärter auf den Titel. Wer sind die Hauptkonkurrenten für den VfB?
HUSTADT: Bis Platz sieben, dem TuS Erkeln, können meiner Ansicht noch alle den Titel gewinnen. Die Liga ist wirklich sehr ausgeglichen. Schlüsselspiele für uns sind sicherlich die Partien in Erkeln, Barntrup und Detmold.

Nun hat der VfB mit Hake und Stürznickel zwei Stürmer in der Winterpause verloren. Was passiert, wenn Victor Schmidt oder Dennis Dittmer nun ausfallen?
HUSTADT: Wir haben mit Severin Koch einen hervorragenden dritten Stürmer, der zudem auf den Flügeln spielen kann. Da gibt es überhaupt kein Problem. Hake und Stürznickel hatten in der Hinrunde aus unterschiedlichsten Gründen auch wenig Spielanteile. Fallen zwei Stürmer aus, dann werden wir das System ändern. Daran arbeiten wir auch jetzt in der Winterpause.

Die Rückserie hat noch nicht begonnen, trotzdem muss auch schon über die Kaderplanung für die nächste Saison nachgedacht werden. Gibt es weitere Abgänge?
HUSTADT: Ich weiß von keinem . Ich habe da auch ein gutes Gefühl. Wenn sich ein Spieler sportlich klar verbessern kann, soll er natürlich gehen. Aber warum sollten Spieler innerhalb der Liga wechseln. Das ergibt für mich keinen Sinn und ich glaube meine Spieler denken genauso. Nichts desto trotz werden wir natürlich demnächst auch konkret mit den Akteuren sprechen.

Wo wird der VfB nach 30 Spieltagen stehen?
HUSTADT: Es fällt mir schwer zu sagen, wohin die Reise geht. Für mich ist wichtig, dass wir uns weiterhin verbessern und guten Fußball zeigen. Entscheidend ist aber, dass wir den Verein positiv darstellen. Und da sind wir auf einen guten Weg.


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