Bielefeld/Warburg (ram). Nur mit Glück entgingen die Warburger Korbjäger einer Auswärtsniederlage beim TSVE Bielefeld III. Die ohne Eugen Wiens angetretenen Postler zeigten sich nur in der ersten Halbzeit überzeugend. Nach dem Seitenwechsel gebärdeten sich die Kamuf-Cracks oftmals hilflos und ohne Plan. Erst zum Spielende hin gewannen die Gäste erneut die Oberhand und profitierten zudem vom konditionellen Nachlassen des TSVE. Das 56:52-Siegresultat war somit auch etwas schmeichelhaft.
Als Favoriten waren die Postler in die Sporthalle des Helmholtz-Gymnasium gekommen. Folglich zeigten sie sich selbstbewusst und gingen standesgemäß mit 6:0 in Führung. Danach lief es besser für die Gastgeber, obwohl diese einige Freiwürfe neben das Warburger Korbrund setzten. Mit einer deutlich verbesserten Abwehrleistung verhinderten die Bielefelder ein vorschnelles Davonziehen ihrer Kontrahenten und lagen nur mit 9:15-Zählern im Rückstand.
In Quarter Zwei lief es weiterhin gut für die Kamuf-Truppe. Ihren Gegner hatte sie bis kurz vor Beginn der Halbzeit gut im Griff. Also schoben sie sich sogar mit 13 Points in Front. Danach aber stellten die Hausherren ihr Spiel auf eine Ganzfeld-Presse um, die beinahe katastrophal auf die Gäste wirkte. Diese wurden von den wild losstürmenden Bielefeldern derart unter Druck gesetzt, dass sie in rascher Folge einige Korbtreffer kassierten. Dennoch blieben die Postler vorn und spazierten mit 27:18-Punkten in die Halbzeitpause.
Nun hätten die Warburger eine Viertelstunde Zeit gehabt, ein Gegenmittel für die pressenden Hausherren zu finden. Doch weit gefehlt. Nach dem Seitenwechsel und dem Wiederanwurf sahen sich die Gäste noch einmal stark unter Druck gesetzt. Als hätten sie noch nie gegen eine Presse gespielt, sahen die Kamuf-Schützlinge aus wie Kreisligaspieler mit wenig Erfahrung. Zehn Zähler nahmen ihnen die wendigen und hoch konzentriert agierenden Gastgeber ab und sorgten für teils sorgenvolle, teils erfreute Mienen bei den Anwesenden.
Eingangs des letzten Matchviertels befanden sich die Post-SV Baskets dann mit ihrem 36:37-Zwischenresultat schon einen Zähler zurück. Der Favorit sah seine Felle schwimmen. Trainer Kamuf blieb, obwohl seine Anordnungen immer wieder ignoriert wurden, ruhig. Er hoffte auf die Einsicht einiger seiner oftmals nach eigenem Gutdünken spielenden Akteure.
Diese kam, als es fast schon zu spät war. Offensichtlich war auch das Nachlassen der nun aufopferungsvoll spielenden Hausherren ein Grund dafür, dass die Diemelbaskets ein neues Selbstbewusstsein entwickelten. Die Gäste vereitelten jetzt einige Angriffe. In der gegnerischen Zone wurde der Ball klug gespielt und nur bei guten Trefferchancen in Richtung Bielefelder Korb geschickt. Als sich die Kamuf-Cracks in der Folge erneut fünf Punkte in Front befanden und ihre Widersacher das fünfte Teamfouls dieses Viertels gemacht hatten, blieben den Gastgebern nur noch taktische Fouls als letztes Mittel übrig, die Partie doch noch für sich zu entscheiden. Glücklicherweise patzte nur ein Postler bei den Freiwürfen, so dass die Gäste doch noch einen knappen 56:52-Auswärtssieg in trockene Tücher bringen konnten.
Am kommenden Wochenende dürfen sich die Diemelbaskets keine derartige Leistung erlauben. Denn dann steht der TSVE Bielefeld II in der Warburger Dreifachhalle am Wachtelpfad. Dieses Team ist deutlich stärker und würde den Warburgern dann eine schallende Ohrfeige in Form einer drastischen Heimniederlage verpassen.
Post-SV Warburg: Löwen, Faupel (5), Böhm, Fischer (16), Gleibs (3), Wallney (2), Schutte (12), Lücking (18).