Siddessen. Der A-Ligist aus dem Norden des Sportkreises wurde gleich zu Saisonbeginn zum ersten "Opfer" des späteren Herbstmeisters und Superaufsteigers aus Menne (3:5), konnte den Auftakt in die Serie aber mit einem Sieg gegen Westheim retten. Nach einer verkorksten Schlussphase mit drei Niederlagen in Serie überwintert Siddessen mit fünf Zählern Vorsprung vor den Abstiegsrängen auf Platz elf. Das Abstiegsgespenst ist jedoch noch längst nicht vertrieben.
Der FC hat bislang ein Spiel mehr als der Vorletzte aus Großeneder sowie zwei im Vergleich mit dem SuS Gehrden auf dem Konto. "Die Lage ist sehr brisant", erklärt FC-Coach Reinhard Bobbert. Da seine Mannschaft die meisten direkten Konkurrenten noch auf der heimischen Asche empfängt, ist die Devise klar: Siege gegen die Nachbarn aus den niederen Tabellenregionen müssen her.
"Wir haben eine durchwachsene Hinserie gespielt. Gerade die letzten Spiele waren erschreckend", bilanziert Bobbert. Die letzte Partie vor der Winterpause hat den Trainer besonders geärgert: "Beim 0:4 in Westheim lief wirklich alles schief. Da haben wir die nötige Einstellung vermissen lassen."Ebenfalls in schlechter Erinnerung geblieben ist die derbe 1:6-Niederlage beim FC PEL, die Bobbert kurz und knapp als "Katastrophenspiel" bezeichnet.
Dieser Rückschlag leitete jedoch die beste Phase der Saison für den FC ein: In den folgenden Partien blieb Siddessen vier Spiele lang gegen namhafte Gegner wie Borgentreich, Scherfede sowie Germete ungeschlagen und bezwang mit Rösebeck einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Damals standen die Schwarz-Weißen mit Tabellenplatz sieben im Soll.
Zu Saisonbeginn musste Bobbert drei blutjunge Neuzugänge integrieren. Besonders eingeschlagen hat Alexander Thiel, der eine sehr positive Einstellung an den Tag legt und zudem extrem torgefährlich ist. Auch der Neffe des Trainers Hendrik Bobbert hat großes Potential, müsse aber noch mehr tun, um dieses auch vollständig auszuschöpfen. Michael Ritzenhoff, wie Bobbert aus der eigenen Jugend, kam aufgrund von Verletzungspech nur zu wenigen Einsätzen. Die Stärken seiner Mannschaft sieht Reinhard Bobbert eindeutig in der Offensive: "Die ist unser Prunkstück. Zudem sind unsere Leute noch sehr jung. Wir haben also gute Perspektiven für die Zukunft." In der Rückwärtsbewegung - Siddessen hat die drittmeisten Gegentore (35) kassiert - sei jedoch noch einiges verbesserungswürdig.
In der Vorbereitung konnte das Siddessener Team aufgrund der Wetterlage zumeist nur Lauftraining absolvieren. Im Zuge der 1:5-Testspielniederlage gegen den Höxteraner C-Ligisten TuS Bellersen präsentierte sich der FC noch nicht in Form, peilt jedoch zum Auftakt gegen Rösebeck einen Dreier an. "In diesem Heimspiel zählt nur ein Sieg", so Bobbert, der einen Abstiegskampf erwartet, der bis zum Ende spannend bleibt: "Unten ist alles sehr ausgeglichen, auch wir sind gefährdet. Ich tippe, das wir am Ende zwischen Platz zehn und zwölf landen werden - aber das wird ein hartes Stück Arbeit."