Borgholz. Spielerisch war die ersten Hälfte im Kreisderby zwischen Borgholz und Erkeln zumindest von Seiten der Gäste sehr ansehnlich, die Tore beim 4:2-Erfolg der Narusevicius-Elf fielen aber alle im zweiten Spielabschnitt, ein Vielzahl an Flüchtigkeitsfehlern bahnte den Weg zu den Toren.
Eindeutig bestimmten die Gäste auf dem rutschigen Rasen in der Anfangsphase das Spielgeschehen. Die Chancen verstrichen aber ungenutzt. Ein von Redecker abgefälschter Schuss des überragenden Acar strich um Zentimeter am linken Pfosten vorbei (8.), eine scharfe Hereingabe von Aydin verpassten frei vor den Tor Acar und Irfan Haydarevic (9.). In der 14. Minute fischte der starke Borgholzer Keeper Tobias Ungerland mutig in der 1:1-Situation gegen Hartmann den Ball, wobei er sich im Gesicht verletzte.
Als Sener in der 27. Min. mit einem Lupfer nur die Latte traf, verzweifelte TuS-Coach Rytis Narusevicius: "Was wir wieder an Chancen vergeben", ärgerte sich der Coach, der dann mit ansehen musste, wie auf der Gegenseite Ruben Vornholt (32.)nach einem kollektiven Aussetzer der Erkelner Abwehr aus sieben Metern über das leere Tor köpfte. "Da hat er schon schwierigere Bälle reingemacht", hieß es auf der Ersatzbank scherzhaft.
Weiter offensiv agierte der TuS in der zweiten Hälfte. Die steten Angriffsbemühungen belohnte Bayram Sener in der 52. Minute mit einem unhaltbaren Drehschuss von der Strafraumgrenze, der flach im rechten Eck einschlug. Nur eine Minute später erhöhte Boris Hartmann nach einem Ballverlust von Rebmann im Mittelfeld mit einem klugen Lupfer über Ungerland. Verzweifelt hatte Henkenius noch versucht, den Ball vor der Linie zu klären. In der 58. Minute erhöhten die Gäste sogar auf 3:0, doch nach einer Kopfballrückgabe von der Grundlinie erkannte Schiri Brechmann auf abseits. Erdogan Acar, der den Ball unbedrängt über die Linie gedrückt hatte, konnte die Entscheidung genau wie Trainer Narusevicius nicht fassen.
Als dann fast im Gegenzug Vornholt aus dem Gewühl heraus per Kopf den Anschlusstreffer erzielte, kippte die Partie kurzzeitig. Die Platzherren drängten auf den Ausgleich: Nur knapp verpasste Sima mit einem Fernschuss das Erkelner Gehäuse (72.). Sima stand dann im Blickpunkt bei einem Zweikampf gegen Acar. Der bereits mit Gelb verwarnte Mittelfeldakteur stieg hart ein, traf bei dem Zweikampf nach Meinung des Borgholzer Trainers Rebmann aber den Ball. Schiri Brechmann wertete die Aktion als Foul und schickte Sima mit der Ampelkarte vom Platz (82.). Diesen Freistoß nutzten die Gäste nach einer perfekten Hereingabe von Tuncay durch Erdogan Acar per Kopf zum vorentscheidenden 3:1. Als dann auch noch Sebastian Middeke einen krassen Patzer von Pascal Henkenius mit einem satten Flachschuss zum 4:1 bestrafte, war die Partie gelaufen. Marcel Oestreich erzielte mit einem haltbaren Freistoß aus fast 30 Metern noch das 2:4. "Wir haben verdient gewonnen", meinte Narusevicius, während sich SV-Trainer Rebmann über die folgenschwere Schiedsrichterentscheidung aufregte.