Borgholz. Mit einer tollen kämpferischen Leistung setzte der SV Borgholz/Natzungen im Heimspiel gegen den PSV Detmold ein Zeichen für die Fans. Trotz der angekündigten Auflösung des Bezirksligateams zum Saisonende will die Mannschaft bis zur letzten Spielminute der Spielzeit sportlich alles geben, auch wenn der sportliche Rückzug beschlossene Sache ist. Am Ende gab es Applaus vom Vorstand, vom Trainer und von den wenigen verbliebenen Fans für eine Vorstellung, die gegen einen technisch starke Mannschaft Respekt abnötigte.
Auf Nachfrage ließ der Vorsitzende des SV Borgholz/Natzungen Otto von Detten durchblicken, dass die Mannschaft in der bestehenden Form nicht mehr zu halten ist. Einige der älteren Spieler haben klar ausgedrückt, dass sie in der nächsten Spielzeit den hohen Trainingsaufwand nicht mehr betreiben wollen. Auch am Sonntag gegen Detmold kam mit Geschäftsführer Martin Derenthal ein Akteur zum Einsatz, der tags zuvor in den Alten Herren gegen den SV Dringenberg 90 Minuten ackern musste. In den letzten fünf Minuten spielte auch noch Thomas Lotze trotz seiner Rückenbeschwerden. "Läuferisch bin ich fit, nur die Drehbewegungen sind schmerzhaft", sagte Lotze, der in der A-Liga noch aushelfen werde, wie er bekannte. "Ich laufe regelmäßig, von der körperlichen Fitness ist das kein Problem", so der 34-Jährige.
Gerne würde der Vorsitzende um den Routinier Patrick Oestreich eine neue junge Mannschaft aufbauen, allerdings ist der Verbleib Oestreichs noch offen. Den Verein verlassen wird indessen Marcel Oestreich, erklärte von Detten im Gespräch. Aus wirtschaftlichen Gründen wird das Budget reduziert, so dass auswärtige Spieler mit hohen Fahrtkosten kaum zu halten seien. Das betrifft wohl auch Carsten Grimme, der derzeit in Lippstadt lebt.
Umworben werden einige Akteure von anderen Vereinen. Der Manroder Andre Sima ist in Gesprächen mit seinem Heimatverein SC Manrode.
Definitiv wird auch Trainer Matthias Rebmann in der nächsten Saison aufhören, er will zunächst eine schöpferische Pause einlegen. "Ich habe am eigenen Haus noch einiges zu erledigen", sagte Rebmann , dessen engagierte Arbeit beim SV Borgholz/Natzungen hoch geschätzt wird. "Matthias ist für die A-Liga eigentlich überqualifiziert, von dem was er vorher gespielt hat und was er an Arbeit einbringt", sagte Otto von Detten anerkennend.
Verhandlungen mit einem neuen Trainer werden derzeit geführt, dabei werden auch vereinsinterne Lösungen diskutiert. Manfred Tournier, der schon in Dalhausen gearbeitet hat, ist ein möglicher Kandidat.
Der Stamm aus jungen Borgholzer und Natzunger Spielern soll gehalten werden, erklärte von Detten, wobei noch beraten werden muss, wie nach dem möglichen Aufstieg der Reserve reagiert wird. Insgesamt ist die Personallage knapp, da mit der Abmeldung der A-Junioren auch Nachwuchsspieler fehlen. "Eigentlich reicht es nur für eine Mannschaft", sagte Torsten Blume, Trainer der 2. Mannschaft. Angesichts der aktuellen Personalsituation kam der Spielausfall gegen Willebadessen II gelegen.