Brakel. Große Fahnen, viele Fans, gute Laune - sehr siegessicher waren die Spexarder angereist. Bei einem Sieg wären sie schon vorzeitig Meister in der Landesliga geworden. Doch die Spvg. Brakel sorgte mit einer engagierten Leistung dafür, dass die Sektflaschen im Mannschaftsbus bleiben mussten. Hochverdient holten sich die Brakeler ein 1:1 gegen den Spitzenreiter.
Am Ende hätte es durchaus auch mehr sein können. "Sicher, aufgrund der zweiten Halbzeit wäre auch ein Sieg nicht unverdient gewesen. Wir haben über weite Teile das Spiel bestimmt und hatten die besseren Chancen", meinte Brakels Trainer Andreas Grützner. Allerdings müssen sich die Brakeler bei ihrem Torwart bedanken, dass er das Spiel mit bärenstarken Paraden in der ersten Halbzeit offen hielt. Gleich viermal vereitelte Robert Kimmel Großchancen des SV Spexard: gegen Torjäger Gök (6.), beim 16-Meterkracher von Negri (15.) und zweimal gegen Orhan, der mutterseelenallein vor ihm auftauchte (37.).
Nur beim Schuss von Gök aus sechs Metern in der 44. Minute zum zu diesem Zeitpunkt verdienten 0:1 war Kimmel machtlos. "Wir hätten zur Pause schon deutlicher hinten liegen können", verteilt Ex-Torwart Grützner ein verstecktes Lob. Aber auch Brakel hatte eine große Tormöglichkeit in den ersten 45 Minuten. Tobias Puhl lief nach Steilpass von Kevin Malena allein aufs Spexarder Tor zu (4.), legte sich den Ball aber zu weit vor. Wer weiß, wie der ohnehin etwas verkrampft spielende Tabellenführer einen frühen Rückstand verkraftet hätte? Trainer Olaf Sieweke gefiel das Spiel seiner Elf nämlich überhaupt nicht. "Mehr Feuer, das reicht nicht", erkannte er schon nach 15 Minuten. Etwas mehr packten die Spexarder nur in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit drauf.
Doch Brakel überstand die kurze Drangphase - auch dank der bestens postierten Defensive mit Riechmann und Tewes als konsequente Abräumer. Ab der 55. Minute machte plötzlich die Spielvereinigung Druck und hatte Chancen durch Cihat Keles und Tobias Puhl. Nach einer starken Vorbereitung vom wie aufgedreht spielenden Christopher Wetzler und dem kaltschnäuzigen Abschluss von Keles fiel dann auch das Tor für Brakel - das 1:1 in der 62. Minute sorgte für noch mehr Auftrieb beim Gastgeber und für noch mehr Unruhe beim Spitzenreiter. Brakels Torwart musste nur noch einmal seine Klasse zeigen beim einem Fernschuss (64.), danach hatte die Brakeler noch drei gute Konter, die aber nicht verwertet wurden. Pech hatte Wetzler noch bei einem Schuss aus 20 Metern, der auf das Lattenkreuz klatschte (71.). Der Frust beim SV Spexard gipfelte in der Roten Karte für Berenbrinker, der gegen Kevin Malena nachtrat (80.).